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Krisen-PR - “Lügen funktioniert nicht”

12. August 2010

Der Standard. - Brände im atomar verseuchten Gebiet, Millionen Tonnen Öl im Meer, Tote auf einer Technoparty - Wie groß ist der Schaden für Politiker und Unternehmen
Wien - Wenn Frank Roselieb recht hat, kann die PR-Abteilung von BP bald vorerst aufatmen: “Etwa sechs Wochen nach der Krisenbewältigung ist das Ding erstmal durch” , sagt er. “Dann hört die mediale Aufmerksamkeit auf, und die Kunden vergessen es.” Roselieb ist Direktor des deutschen Instituts für Krisenforschung und derzeit sehr beschäftigt: Russland in Flammen, Ölpest, Love Parade, ausgefallene Klimaanlagen in ICEs - zahlreiche Krisen wollen bewältigt und erforscht werden.
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Web 2.0: Die Inflation der Billig-Kommunikation

13. Juli 2010

unternehmer.de, von Prof. Dr. Perry Reisewitz. Mit Smartphone und Handycam Filmchen drehen und ins Netz stellen – das kann heute jeder. Auch PR-Leute haben die Möglichkeiten, die audiovisuelle Medien bieten, erkannt. Der Trend: Billigproduktion mit zweifelhafter Qualität. Dabei geraten Unternehmen und Marken ins falsche Licht. Das schadet der Reputation.
Die Unternehmenskommunikation wird audiovisuell. Ein kleines Filmchen zur Pressemitteilung, ein schnelles Statement zur aktuellen Lage des Unternehmens auf der Homepage, ein Interview oder ein Produktspot auf Youtube, angeteastert über Facebook und Twitter – die Web 2.0-Möglichkeiten mit Bild und Ton sind vielfältig und sie sind vor allem eines: schnell und kostengünstig. Der Reiz, sich dieser Möglichkeiten zu bedienen, ist groß.
Heute kann scheinbar jeder alles
Bis vor wenigen Jahren lagen diese Bereiche im Rahmen der Unternehmenskommunikation in rein professionellen Händen: PR-Manager kümmerten sich um die Strategien und Inhalte, Texter um die sprachliche Form, Fotografen und Grafiker um die Bilderwelten, Regisseure, Kameraleute, Toningenieure und Cutter um die audiovisuelle Wirkung.
Die Situation veränderte sich mit den neuen Technologien und dem Web 2.0: Jetzt kann scheinbar jeder alles. Durch sinkende Eintrittsbarrieren wie einfache Technik und überschaubare Kosten entdecken viele die neuen Möglichkeiten.
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Unternehmenskommunikation - Hilfe, ich krieg die Krise!

8. Juli 2010

Finacial Times Deutschland, von Jürgen Fleig. - Ob plötzlicher Störfall oder schleichender Prozess - jedes Unternehmen muss auf Krisen vorbereitet sein, um mit Medien, Investoren und Mitarbeitern angemessen zu kommunizieren. Betriebsunfälle, Datenschutzvergehen oder Produktrückrufe sind nur einige Beispiele.
Eigentlich war es nur ein Umfall. Dann wurde eine Medien-Story daraus und schließlich war es eine handfeste Krise. Heute ist es für viele nur noch eine Anekdote, in jedem Fall aber ein Lehrstück: Im Jahr 1997 kippte irgendwo in Schweden die neue A-Klasse von Mercedes bei einer Testfahrt um.
Ein kreativer Mensch belegte das Malheur mit dem griffigen Namen “Elchtest” und für Mercedes war es ein Desaster, zumindest eine schwerwiegende Imagekrise - kurz vor der Einführung des neuen Modells. Denn was zunächst folgte, war vor allem mangelhafte Krisenkommunikation. Anfragen von Journalisten beantworten die Konzernsprecher mürrisch mit den Worten: “Der Vorstand hält es nicht für notwendig, ein offizielles Statement abzugeben, bloß weil irgendwo ein Auto umgekippt ist.” Später schieben die Verantwortlichen die Schuld auf andere und die Botschaften aus dem Konzern widersprechen sich.
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Das sprudelnde Ölleck im Netz - Lektionen zur Online-Krisenkommunikation von BP

4. Juni 2010

Neue Zürcher Zeitung, von Nico Luchsinger. - Nach der Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko versucht BP, auch über Social-Media-Kanäle Krisenkommunikation zu betreiben. Genützt hat es bisher nicht viel.
Kurz nach der Explosion auf der Bohrplattform Deepwater Horizon, die eine der grössten Umweltkatastrophen überhaupt verursachte, wurde auf Twitter ein Account mit Namen «BPGlobalPR» aufgeschaltet, auf dem Kommentare und Updates zum Ölleck veröffentlicht wurden. Nur wenige Wochen später haben über 100′000 Menschen die Updates abonniert. Ein Zeichen dafür, dass eine Firma wie BP über Online-Kanäle erfolgreiche Krisenkommunikation betreiben kann?
Nicht ganz. Denn der erwähnte Twitter-Account gehört nicht BP. Er wird von einer anonymen Person betrieben, die BP keineswegs wohlgesinnt ist, sondern im Namen der Ölfirma mit bösartig-sarkastischen Einträgen das Image eines verantwortungslosen und unfähigen Konzerns zementiert. Und weil das wirklich sehr lustig ist, erfreut sich der Twitter-Kanal grösster Beliebtheit. Hier etwa der Kommentar zum Scheitern der Operation «Top Kill»: «We are very upset that Operation: Top Kill has failed. We are running out of cool names for these things.» Die ganze Nachricht lesen »

Ethische Blasen

17. Mai 2010

Die Welt, von Maxeiner & Miersch. - In Zeiten, da der schnöde Mammon sich als äußerst flüchtige Größe erweist, wächst naturgemäß der Wunsch nach bleibenden Werten. Die einen wollen ihre Euros durch den Kauf einer Immobilie retten, die anderen überlegen den Umtausch in Schweizer Franken, wieder andere legen sich einen Goldvorrat zu. Und dann gibt es noch die, die obendrein der Menschheit und dem Planeten etwas Gutes tun wollen und sich für eine “nachhaltige” Geldanlage entscheiden.
Seit einigen Jahren haben sich zahlreiche Anlageberater darauf spezialisiert Aktien oder Wertpapiere in entsprechende Depots zu legen, die angeblich nicht nur auf die Rendite schielen, sondern auch den ökologischen und sozialen Fortschritt befördern. Dafür gibt es Kriterien, die mitunter allerdings etwas verwundern. So schließt beispielsweise die auf solche Anlagen spezialisierte Schweizer Privatbank Vontobel Anlagen aus, die etwas mit “Atomkraft, Gentechnik in der Landwirtschaft, Waffen, Tabak, Alkohol, Pornographie oder groben Verletzungen der Arbeits- und Menschenrechte” zu tun haben. Eine bizarre Zusammenstellung. Grüne Gentechnik wird von fast allen internationalen Landwirtschaftsexperten als wichtige Option für die künftige Ernährung der Menschheit betrachtet. Und hat die Atomenergie nicht auch gewisse Verdienste, in der Bundesrepublik etwa eine seit Jahrzehnten in jeder Hinsicht sichere Stromversorgung?
Das kleine Beispiel zeigt: Die “nachhaltigen” Ratings entspringen nicht etwa einer sachlichen ökologischen oder sozialen Analyse, sondern werden von ideologischen Vorlieben bestimmt. Banker, die ja schon bei der Beurteilung konventioneller Investments gescheitert sind, schwingen sich nun auch noch zu ethischen Schiedsrichtern auf. Übrig bleibt nur noch Voodoo. Die ganze Nachricht lesen »

Finanzwissenschaftler Homburg: “Der Euro hat keine Zukunft”

11. Mai 2010

Tagesspiegel, Interview von Carsten Brönstrup mit Stefan Homburg, Jahrgang 1961, Professor für öffentliche Finanzen an der Universität Hannover. Außerdem arbeitet er als Steuerberater. - Wenn es hart auf hart kommt, ist die EZB nicht unabhängig, sagt Finanzprofessor Homburg von der Uni Hannover im Gespräch mit dem Tagesspiegel. Das Ende des Euro hält er für ein wahrscheinliches Szenario.
Herr Homburg, sehen wir den Anfang vom Ende des Euro?

Noch nicht. Kurzfristig mag das EU-Rettungspaket den Euro stabilisieren. Über den Tag hinaus sind die Glaubwürdigkeit der EZB und die Reputation des Euro aber komplett dahin. Die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten sich. In den neunziger Jahren wurde den Bürgern versprochen, der Euro sei stabil wie die Mark – eine Lüge, wie sich jetzt zeigt.

Warum?

Theoretisch könnte die Währung zwar auch bei hohen Transferzahlungen an andere Länder stabil bleiben. Jetzt aber nimmt man die EZB in Haftung für die finanziellen Probleme einiger Staaten. Die Notenbank ist also abhängig, wenn es hart auf hart kommt. Sie muss Anleihen überschuldeter Staaten kaufen und diese Staaten verdeckt alimentieren. Das hatte ich vor über zehn Jahren vorhergesagt.

Steigen nun die Preise?

Wenn die EZB Staatsanleihen kauft, schöpft sie Geld. Zur Inflation führt das nicht zwangsläufig, sofern die EZB im Gegenzug die Geldmenge reduziert, etwa durch höhere Zinsen. Danach sieht es aber nicht aus. Eher wird das Ziel einer Inflationsrate von höchstens zwei Prozent früher oder später verfehlt werden. Für Anleger wird daher sogar der Kauf langfristiger Staatsanleihen gefährlich.

Haben Klagen eine Chance?

Das Bundesverfassungsgericht hat den Antrag einiger Kollegen gegen die Rettung Griechenlands binnen 24 Stunden abgelehnt. Ich vermute, Karlsruhe scheut davor zurück, den Euro in die Luft zu jagen. Täte das Gericht es dennoch, könnten wir die D-Mark wieder einführen.

Wie wahrscheinlich ist das?

Dem Vernehmen nach hält die Bundesbank bis heute ausreichende D-Mark-Mengen vorrätig. Technisch wäre eine Rückkehr zur Mark also möglich. Politisch ist das aber erst denkbar, wenn sich eine Partei findet, die für den Euro-Ausstieg wirbt. Ob wünschenswert oder nicht – die desaströsen Beschlüsse vom Wochenende haben ein solches Szenario wahrscheinlicher gemacht. Ich gebe dem Euro keine Zukunft mehr.

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Europäische Zentralbank - Die Amerikanisierung der Geldpolitik

11. Mai 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Kommentar von Gerald Braunberger. - Lange hat die EZB durch eine pragmatische Steuerung des Geldmarkts ihren Beitrag zur Krisenbewältigung geleistet. Doch seit einiger Zeit wirkt Zentralbankchef Trichet wie von der Rolle. Die EZB nähert sich der Politik der Fed an. Das freut die Märkte, weckt aber auch Sorgen.
Die seit drei Jahren währende Finanzkrise hat die Regierungen und Zentralbanken veranlasst, ungewöhnliche Wege einzuschlagen. Der wohl drastischste Verstoß gegen eherne Regeln war die Entscheidung der amerikanischen Fed, Staatsanleihen anzukaufen. Ihr folgte einige Zeit später die Bank von England. Das Verbot der Staatsfinanzierung durch die Zentralbank galt in allen Lehrbüchern als eine rote Linie, die von der Geldpolitik nicht überschritten werden durfte, weil die Staatsfinanzierung durch die Zentralbank die Unabhängigkeit der Geldpolitik gefährdet und möglicherweise Inflation erzeugt.
Die hohe Reputation der Europäischen Zentralbank (EZB) in den ersten zwei Jahren der Krise beruhte zu einem nicht geringen Teil auf ihrer Weigerung, dem Beispiel der Kollegen in Washington und London zu folgen. Nun hat auch die EZB, offenbar gegen interne Widerstände, den Ankauf von Staatsanleihen beschlossen. Damit nähert sie sich dem prinzipienarmen Politikmodell der Fed an. Das ist ein unnötiger und unvertretbarer Schritt voller Risiken. Denn Vertrauen in eine Zentralbank baut sich nur langsam auf, aber es ist schnell und dann vielleicht dauerhaft ruiniert. Die ganze Nachricht lesen »

«Die EU hat sich nur kurzfristig Linderung verschafft»

10. Mai 2010

Tagesanzeiger, Interview von David Vonplon mit dem Basler Ökonomieprofessor Peter Gugler. - […]
Die EU macht Spekulanten für die Euro-Krise verantwortlich. Der schwedische Finanzminister nannte sie ein «Wolfsrudel», das die EU-Zone auseinanderzureissen droht. Wird das Milliardenpaket nun die Spekulation unterbinden können?

Die Rede von den Wolfsrudeln ist Blödsinn. Natürlich kommt es zu kurzfristigen Übertreibungen in den Märkten. Aber letztlich entstand das Problem woanders: Staaten haben massiv über ihren Verhältnissen gelebt, nicht zuletzt auch dank der tiefen Zinsen. Die Probleme mit der Spekulation wird die EU längerfristig nicht los, wenn die einzelnen Länder ihre Fiskalpolitik nicht in den Griff bekommen. Man hat sich also nur kurzfristig etwas Linderung verschafft. Langfristig aber sind die Probleme grösser geworden.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) ist eingeknickt: Sie kauft nun Staatsanleihen der hoch verschuldeten Staaten auf.

Das ist eine schlimme Entscheidung. Die EZB verliert damit auf einen Schlag ihre gesamte Reputation, die sie über Jahre hinweg aufgebaut hat. Vor zwei Monaten erklärte EZB-Präsident Trichet, es gebe kein Bailout für verschuldete Staaten wie Griechenland. Später nahm man von dieser Haltung Abstand. In einem nächsten Schritt gab die Zentralbank entgegen früherer Ankündigungen bekannt, man nehme auch griechische Anleihen mit schlechter Bonität als Sicherheit für die Repo-Geschäfte mit Geschäftsbanken (besicherte kurzfristige Kredite zur Liquiditätsversorgung). Sie akzeptiert Papiere die von den Rating-Agenturen den Status «Junk»-Bonds erhalten haben. Indem die EZB sich nun bereit erklärt, auch Staatsanleihen aufzukaufen, geht sie noch einen Schritt weiter: Sie stellt den Staaten implizit Kredit zur Verfügung. Diese Entwicklung zeigt deutlich, dass die EZB ihre Unabhängigkeit aufgegeben hat.

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Wirtschaft: Beruhigungspille wirkt nicht

5. Mai 2010

Liechtensteiner Vaterland, von Wolfgang Frey. - Das für den Pleitekandidaten Griechenland geschnürte milliardenschwere Rettungspaket hat nur kurz für Entspannung gesorgt. Spekulationen um die Finanzkraft Spaniens liessen die Börsen und den Euro gestern erneut heftig einbrechen. Der Sonntag hätte die Rettung bringen sollen. Die Rettung für das überschuldete Griechenland, den seit Monaten stürzenden Euro und am Ende für die Reputation der Europäischen Union (EU) als handlungsfähige Wirtschafts- und Währungsmacht in der schwersten Krise seit vielen Jahrzehnten. Gestern wurde klar, dass selbst die zum Wochenschluss vereinbarte 110- Milliarden-Euro-Hilfe für Athen zu gering dosiert war, um tatsächlich als Beruhigungspille für die Finanzmärkte zu wirken.
Gerüchte um einen möglicherweise bevorstehenden Hilferuf des unter einer geplatzten Immobilienblase, miesen Wirtschaftsaussichten und einer exorbitanten Arbeitslosigkeit leidenden Spaniens reichten gestern aus, um die Aktienmärkte weltweit auf Talfahrt zu schicken. Der Euro fiel auf 1,30 US-Dollar, so tief wie seit über einem Jahr nicht mehr. Anfang Dezember war er noch 1,51 Dollar wert. Die ganze Nachricht lesen »

Öl- und PR-Desaster: BP hat nichts gelernt

4. Mai 2010

20 Minuten Online, von Werner Grundlehner. - Wie ein kleines Kind: Abstreiten, anderen die Schuld geben und erst zugeben, wenn nichts anderes mehr möglich ist. Wieso BP aus Kommunikationsdesastern wie Brent Spar nichts gelernt hat. Zwei Wochen nach dem Versinken einer Ölbohrinsel im Golf von Mexiko kann BP das austretende Öl noch immer nicht stoppen. Mittlerweile bedroht ein Ölteppich mit einer Ausdehnung von 80 auf 130 Kilometer Umwelt, Tourismus und Fischerei. Was machen die Briten? Erst gar nichts, dann versuchen sie die Schuld auf die Eigentümerin der Insel, das Schweizer Unternehmen Transocean, zu schieben. Erst als der Benzinmulti keine Wahl mehr hat, übernimmt er Verantwortung und gibt bekannt, alle Kosten zu übernehmen. Diese könnten horrend werden. Denn: Vielleicht wird das Leck erst in einigen Wochen gestopft. Das würde zu riesigen Schäden führen. Hochrechnungen gehen mittlerweile von bis zu 14 Milliarden Dollar aus. Die BP-Aktionäre konnten sich bereits jetzt 23 Milliarden Dollar ans Bein streichen.
«Oft ist der erste Reflex der Unternehmen zu schweigen. Man will das positive Image wahren und hofft, das Problem schnell beheben zu können», sagt Professorin Katarina Stanoevska vom Institut für Medien- und Kommunikationsmanagement an der Uni St. Gallen. Das Schweigen öffne aber Raum für Interpretationen durch externe Quellen, die es nicht unbedingt gut mit dem Unternehmen meinten. «Nachdem Präsident Obama öffentlich bekannt gegeben hat, dass rechtlich BP die Verantwortung trage, war der Versuch, die Verantwortung zu leugnen ein grosser Fehler», so Stanoevska. Die ganze Nachricht lesen »

EZB knickt in Griechenlandfrage endgültig ein

3. Mai 2010

Finanznachrichten.de, von Bernhard Funck. - Der Umfaller kam schleichend, doch nun ist er amtlich: Nachdem sich die Europäische Zentralbank (EZB) lange Zeit dagegen gewehrt hat, das hochverschuldete Griechenland als Sonderfall zu behandeln, ist die Notenbank letztlich von der Realität eingeholt worden. Am diesem Montag setzten die europäischen Währungshüter die Bonitätsanforderungen für griechische Staatsanleihen, die in ihrem Refinanzierungsgeschäft mit den europäischen Banken gelten, bis auf weiteres vollständig aus. Staatspapiere des südeuropäischen Landes können damit unabhängig von der Kreditwürdigkeit Athens bei der EZB in Zahlung gegeben werden. Experten sehen jetzt die Glaubwürdigkeit der Währungshüter in Gefahr. […]
Mit der kompletten Aussetzung der Rating-Bedingungen allein für griechische Anleihen ist der Umfaller aber nun perfekt. Ökonomen sehen gar die Glaubwürdigkeit der EZB beschädigt: “Die Aussetzung ist ein klarer Widerspruch zu früheren Aussagen”, sagt EZB-Experte Michael Schubert von der Commerzbank. Auch Karsten Junius von der DekaBank sieht die Glaubwürdigkeit der EZB angekratzt. Dies wiegt umso schwerer, als Vertrauen oder “Reputation” in der Geldpolitik als wertvollstes Kapital einer Notenbank gilt. Denn die Märkte reagieren in erster Linie auf Ankündigungen und Signale der Währungshüter. Vor allem die immens wichtigen Inflationserwartungen können mit einer soliden Kommunikationspolitik - bislang eine Königsdisziplin der EZB - hinreichend gut gesteuert werden.
Trotzdem begrüßen Experten den Schritt der EZB inhaltlich, da er das Athener Sparprogramm und die Finanzhilfen flankiert. Unverständnis ruft aber der Zeitpunkt hervor: “Das Sparprogramm Griechenlands und das Hilfspaket von EU und IWF stehen”, sagt Commerzbank-Experte Schubert. Insoweit wäre es naheliegend gewesen, zunächst die Reaktion der Märkte abzuwarten. Darüber hinaus erhöhe die Kehrtwende der EZB auch die Unsicherheit über den künftigen Kurs der Notenbank. Dies wiegt umso schwerer, als die EZB vor der gewaltigen Aufgabe steht, die extrem hohe Liquiditätszufuhr während der Finanzkrise allmählich einzusammeln. Darüber hinaus muss sie den rekordniedrigen Leitzins wieder erhöhen, sobald die Inflation wieder anzuziehen droht. Die Frage der Stunde lautet damit: Wird sich die “Lex Griechenland” auch auf die Zinspolitik der Notenbank auswirken?Die ganze Nachricht lesen »

Bürger glauben den großen Institutionen immer weniger - Wem wir vertrauen

29. April 2010

Die Welt, von Michael Miersch. - Demokratie heißt Volksherrschaft. Doch ein Großteil des Volkes hat - glaubt man den Umfragen - offenbar das Grundvertrauen in die Institutionen seiner Herrschaft verloren. In der Griechenlandkrise ist die Nervosität förmlich spürbar. Viele Bürger fürchten Geldentwertung und den Verlust ihrer Altersvorsorge. Das Handeln der Bundesregierung wird als von der deutschen Bevölkerung abgehoben und verfangen in den Zwängen der EU und der Euro-Zone erlebt. Das war schon in früheren Krisen so, von Rinderwahnsinn bis Aschewolke. Das Misstrauen ist keine Episode, sondern ein Symptom.[…]Die Bundesregierung liegt noch unter den Großkonzernen. Ein seltsamer Befund für eine vom Volk gewählte Regierung. Das kann nicht allein daran liegen, dass vielen Bürgern die derzeitige Politik nicht passt. Jemandem zu misstrauen bedeutet, dass man ihn grundsätzlich für unehrlich hält. Es ist kein Ausdruck kritischen Denkens, sondern eines gefühlten Ressentiments gegen “die da oben”. Man begreift sich nicht als Bürger, der Teil des demokratischen Prozesses ist, sondern als der “kleine Mann”, der sowieso nichts machen kann.
Dieser Vertrauensmangel hat Folgen. In Krisensituationen laufen die Argumente der Regierung ins Leere, oft zum Schaden aller. Das zeigte sich bei den großen Lebensmittelskandalen und bei drohenden Seuchen. In der BSE-Krise und bei der Schweinegrippe glaubte niemand mehr, was die Regierung und ihre Fachbehörden sagten. Es gibt in Deutschland keine Regierungsbehörde mit dem Ansehen der amerikanischen FDA (Food and Drug Administration), die von der großen Mehrheit der Bevölkerung als Autorität akzeptiert wird. Nach diesen Kommunikationsdesastern war es ein großes Glück, dass es der Kanzlerin gelang, in der Finanzkrise Panik zu verhindern. Ob es in der Griechenland-Krise gelingen wird, ist noch offen.
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Reputation: Wenn der gute Ruf leidet

27. April 2010

Handelsblatt, von Wolf Albin. - Schäden an der Reputation reißen tiefe Löcher in die Bilanz, sind rechtlich aber nur schwer verfolgbar. Obwohl negative Schlagzeilen nur Zweifel an weichen Faktoren wie Sympathie, Vertrauenswürdigkeit, Identifikationsmöglichkeiten oder Kompetenz wecken, können gerade sie gravierende Folgen haben. Juristen denken deshalb um.
BERLIN. Die Reputation eines Unternehmens ist wichtige und höchst sensible Größe für den unternehmerischen Erfolg. Der Leumund einer Firma ist rechtlich kaum zu schützen oder zu versichern. In Krisensituationen wie bei strafrechtlichen Ermittlungen zeigt sich diese Verletzlichkeit besonders deutlich. Weil es gegen eine Berichterstattung über strafrechtliche Verfehlungen nur wenig rechtliche Handhabe gibt, raten deshalb selbst Juristen dazu, Krisen mit rechtlichen wie kommunikativen Mitteln zu lösen.
Wenn gegen Klaus Zumwinkel, Jörg Kachelmann oder Angestellte von Bilfinger Berger strafrechtlich ermittelt wird, leiden nicht nur die Beschuldigten, sondern auch Unternehmenswerte. Strafverfolgungsmaßnahmen gegen Geschäftsführer, Vorstände oder auch einfache Angestellte und noch mehr die Berichterstattung darüber beeinträchtigen das Bild eines Unternehmens in der Öffentlichkeit unabhängig von ihrem Wahrheitsgehalt. Obwohl negative Schlagzeilen nur Zweifel an weichen Faktoren wie Sympathie, Vertrauenswürdigkeit, Identifikationsmöglichkeiten oder Kompetenz wecken, können gerade sie gravierende Folgen haben. Die ganze Nachricht lesen »

Joachim Starbatty: “Wenn Geld für Griechenland fließt, klage ich”

15. April 2010

Tagesspiegel, von Alfons Frese. - Der Wirtschaftsprofessor Joachim Starbatty spricht über die Krise der Währungsunion und einen Ausweg für Athen.
[…]Sie haben die Situation mit Reichskanzler Brünings Politik in der Weimarer Republik verglichen. Kommen die griechischen Faschisten wieder?

Die Ausgangssituation war damals ähnlich, Deutschland musste internationales Ansehen und Vertrauen erwerben, um das für die Reparationszahlungen erforderliche Kapital aus dem Ausland zu bekommen. Dazu war damals eine harte Konsolidierungspolitik erforderlich. Die gleiche Lage haben wir jetzt in Griechenland: Die Griechen brauchen internationale Reputation, fahren dazu eine harten Sparkurs, der wiederum zu einer Radikalisierung im Land führen kann.

Nun argumentiert etwa der Wirtschaftsweise Peter Bofinger, die Griechen müssten ihren Sanierungsweg allein gehen, aber die Euro-Gemeinschaft solle dabei flankieren, indem Hilfe zur Selbsthilfe gewährt wird.

Das ist eine Münchhausen-Strategie. Irgendwann werden die Gelder fließen müssen, und das passiert dann nicht nur einmal, sondern dauernd.

Das ist den Euro-Staaten verboten.

Die Not kennt kein Gebot, lautet ein deutsches Sprichwort. Aber wenn es dazu kommen sollte, werden wir dagegen klagen.

Sie und Ihre drei Gefährten, die bereits 1997 gegen die Währungsunion klagten?

Ja.

Was würden Sie den Griechen raten?

Die Währungsunion verlassen und die Drachme abwerten. Wenn die ausländischen Produkte dann zu teuer werden, muss man eben griechische Produkte kaufen, Griechenland kann mehr exportieren und würde auch als Reiseland attraktiver. Den Thailändern und Indonesiern hat es sehr gut getan, dass ihre Währungen Ende der 90er Jahr so stark abgewertet wurden.

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«Wir verdienen keinen Billig-Journalismus»

13. April 2010

Neue Zürcher Zeitung, Interview: ras. - Professor Kurt Imhof über sein Projekt eines Medien-Observatoriums. Der Öffentlichkeitssoziologe Kurt Imhof baut an einer Beobachtungsstation, welche die Lage der Medien erfassen soll. Wir befragten ihn zum Stand des Projekts.
Kurt Imhof, Ende November 2008 kündigten Sie an, ein Medien-Observatorium zu gründen. Hat Ihr Projekt inzwischen Fortschritte gemacht?

Ja. Das Ziel ist schon viel älter, aber Ende 2008 waren fast alle Ingredienzien ausser nachhaltige Investitionsmittel zusammen: der Forschungsbereich Öffentlichkeit und Gesellschaft (fög) an der Universität Zürich mit ausgezeichneten Forscherinnen und Forschern, die wissen, dass die Untersuchung der öffentlichen Kommunikation den Königsweg zur Analyse der Gesellschaft darstellt, zudem haben wir viele Datensätze, vor allem die wichtigsten Kommunikationsereignisse der deutschen Schweiz der letzten 100 Jahre, ferner Theorien, Methoden und Leidenschaft.

Leidenschaft? Ein selten gehörtes Wort. Könnten Sie das Ziel Ihres Observatoriums etwas genauer umschreiben?

Erstens geht es darum zu erkennen, wie Gesellschaften in Krisen hineingeraten und wie sie wieder hinauskommen. In der vergleichenden Krisenforschung, etwa beim Vergleich der Weltwirtschaftskrise der 1930er Jahre mit der gegenwärtigen Krise, interessieren wir uns dafür, wie sich Zukunftssicherheit beziehungsweise -unsicherheit in der öffentlichen Kommunikation zeigt und wie die Umschwünge zu erklären sind. Das ist wichtig, weil Zukunftsvertrauen über die Investitionen entscheidet, die die Menschen machen.

Und zweitens . . .?

. . . geht es um die Frage, wie sich der neue Strukturwandel der Öffentlichkeit, das heisst die Kommerzialisierung der Medien, auf die Politik und die Ökonomie auswirkt. Was wir über die Welt wissen, erfahren wir aus den Medien, und diese kolorieren uns diese Welt neu, seitdem sie das Staatsbürgerpublikum durch den Medienkonsumenten ersetzt haben. Wir haben beispielsweise eine wesentlich intensivere Heroisierung und Skandalisierung der Wirtschaft und entsprechend kürzere Halbwertszeiten des Aufbaus und des Zerfalls von Reputation. Drittens geht es darum, solche Qualitätsveränderungen der medienvermittelten Öffentlichkeit systematisch zu messen und dies dem Publikum zu vermitteln. Hier soll die Wissenschaft unmittelbaren Nutzen bringen.

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Image der US-Banken: Verzweifelter Kampf um Liebe

8. April 2010

Handelsblatt, von Rolf Benders. - Der Ruf US-amerikanischer Finanzinstitute beim Normalbürger ist verheerend. Alle Anstrengungen, das Image zu verbessern, schlugen bisher fehl, zu sehr scheint sich das Bild des gierigen Bankers in den Köpfen der Kunden festgesetzt zu haben. Guter Rat ist teuer, denn auf Dauer ist dieser Zustand geschäftsschädigend.
NEW YORK. Es scheint, als hätten Goldman Sachs & Co den Kampf um die öffentliche Meinung verloren. Trotz aller Bemühungen, das durch die Finanzkrise arg ramponierte Image mit Spenden für wohltätige Zwecke sowie Hilfsprogrammen für verschuldete Häuslebauer und angeschlagene Mittelständler aufzupolieren, liegt ihre Reputation am Boden. So rangieren der Skandalversicherer AIG und Goldman Sachs in einer Umfrage des Reputationsberaters Harris Interactive ganz oben auf der Liste der am wenigsten vertrauenswürdigen Firmen der USA. Die ganze Nachricht lesen »

Staaten in der Schuldenkrise - Wenn der IWF kommt

31. März 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Patrick Welter. - Der Internationale Währungsfonds ist ein Gewinner der innereuropäischen Querelen um ein Rettungspaket für Griechenland für den Notfall. Ungefragt hatte der Geschäftsführende Direktor des IWF, Dominique Strauss-Kahn, schon früh seine Hilfe angeboten. Für die Regierung in Athen war die Drohung mit dem Gang zum IWF jedenfalls Druckmittel, um die anderen Regierungen in der Europäischen Union zu einer klaren Hilfszusage zu treiben. Für diese wiederum wurde der Fonds zur Hoffnung, dass im Notfall eine harte Hand darüber wache, dass die griechische Regierung europäisches Steuergeld nicht verpulvern würde. Der Reputation des Fonds hat dieses Vertrauensbekenntnis gutgetan.
Der Ruf des strengen Zuchtmeisters, mit dem auch Bundeskanzlerin Angela Merkel die Beteiligung des Fonds an einem möglichen Hilfsprogramm für Griechenland erklärte, gründet darin, dass der Fonds die Auszahlung seiner Kredite an Bedingungen knüpft. Der Defizitabbau findet sich dabei in fast jedem Anpassungsprogramm des IWF an prominenter Stelle. Das liegt in der Natur der Sache, wird der Fonds doch überwiegend in Zahlungsbilanzkrisen gerufen. Diese sind oft durch überbordende Staatsdefizite hervorgerufen, oder aber die Krise verschärft die Haushaltslage schlagartig, weil Kapital flieht. Die ganze Nachricht lesen »

Wall Street - Die Macht von Goldman

14. März 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Norbert Kuls. - […] Im aktuellen Jahresbericht wurde „ungünstige Öffentlichkeit“ erstmals in die Liste der geschäftlichen Risiken aufgenommen. Die negativen Medienberichte könnten einen „negativen Einfluss auf unsere Reputation und auf die Moral und Leistung unserer Angestellten“ haben, heißt es dort. Das wiederum könnte sich negativ auf Geschäft und Ergebnis auswirken. Fachleute kennen keine anderen Fälle, wo Unternehmen schlechte Presse explizit als Risiko für ihr Geschäft aufgeführt haben. „Wir leben nicht in einem Vakuum und wir sind uns sehr bewusst, was die allgemeine Öffentlichkeit denkt“, sagte John Rogers, Stabschef von Goldman, kürzlich. Das Problem für Goldman ist jedoch weniger die allgemeine Öffentlichkeit, sondern die Art und Weise, wie die Stimmung im Land die Politik beeinflusst. Im Kongress wird derzeit um eine Reform der Finanzbranche gerungen. Trotz des großen Einflusses von Goldman Sachs in Washington drohen starke Folgen auf das Geschäft von Goldman. Präsident Barack Obama hatte angesichts hoher Bonuszahlungen bei Banken gewettert, er habe nicht kandidiert, um „einem Haufen Bonzen an der Wall Street“ auszuhelfen. Wenig später präsentierte Obama einen Plan, der die Einschränkung des Eigenhandels bei Banken vorsieht. Da half es nichts, dass Mitarbeiter von Goldman kräftig für Obamas Wahlkampf gespendet hatten. Und auch die starke Präsenz ehemaliger Gold-Männer an Schlüsselpositionen von Politik und Aufsichtsbehörden ist kein Selbstläufer.
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Werte lassen sich nicht verordnen

14. März 2010

derStandard von Martin Haiderer. - Guter Kapitalismus: Werte werden im Unternehmen nur mitgetragen, wenn Mitarbeiter sie mitgestalten - Corporate Social Responsibility beginnt beim Dialog intern Corporate Social Responsibility basiert auf dem Aufbau eines ehrlichen Stakeholder-Values. Diese Reise beginnt im eigenen Haus.Corporate Social Responsibility CSR gewinnt als Wirtschaftsfaktor an Bedeutung. Vor allem personalintensive Betriebe integrieren gesellschaftliche Verantwortung zunehmend in ihre Unternehmensstrategie. Dort bleiben sie manchmal als theoretisches Bekenntnis. Denn so manches engagierte CSR-Konzept findet lediglich in Strategiepapieren seinen Niederschlag und vergilbt schlussendlich in den Schreibtischladen des Managements.
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Die absurde Moral des Ministers

18. Februar 2010

Die Achse des Guten, von Henryk M. Broder. - Da ich nicht weiss, ob alle Leser der Weltwoche auch die NZZ am Sonntag lesen, möchte ich Sie auf ein Interview aufmerksam machen, das der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble dort am 7. Februar gegeben hat. Darin verspricht er nicht nur: «Wir werden das Bankgeheimnis in Europa abschaffen», er sagt auch die folgenden Sätze über die relative Unantastbarkeit der Menschenwürde: «Der Zweck heiligt nicht grundsätzlich alle Mittel. Vor einigen Jahren hatten wir eine Debatte um die Entführung eines Kindes. Hier ging es um die Frage, ob man Folter androhen darf, um Informationen zu erhalten. Ich habe dort klargemacht, dass hier nie der Zweck die Mittel heiligen kann. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Aber es gibt andere Fälle, in denen der Zweck die Mittel heiligen kann, wie im Fall der Steuerhinterziehung. Der Zweck ist die gleichmässige Besteuerung aller Bürger.»
Die «Debatte», auf die sich Schäuble bezieht, ist der Mordfall Jakob von Metzler. Der elfjährige Sohn eines Frankfurter Bankiers war von einem «Freund» der Familie entführt worden. Der Täter, ein Jurastudent, verlangte eine Million Euro Lösegeld. Der Frankfurter Polizei gelang es, den Täter zu fassen, aber nicht, das Versteck des entführten Jungen zu finden. In der Hoffnung, das Leben des Kindes zu retten, liess der stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident dem Entführer körperliche Schmerzen androhen. Die Drohung kam zu spät, zu diesem Zeitpunkt war der Bankierssohn bereits tot. Als diese «Folter» im Verfahren bekannt wurde, musste der Prozess gegen den Entführer abgebrochen werden. Der stellvertretende Frankfurter Polizeipräsident wurde gefeuert und von einem Frankfurter Gericht wegen Amtsmissbrauchs verurteilt. Die Frage, ob das entführte Kind eventuell hätte gerettet werden können, geriet angesichts der Qualen, die der Entführer bei seinem Verhör erleiden musste, fast ins Vergessen.
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MBA-Ausbildung - “Reflexion statt Gehirnwäsche”

18. Februar 2010

Wirtschaftswoche von Manfred Engeser. - Fehlgeleitete Ausbildung ist ein ganz wichtiger geistiger Katalysator der Finanzkrise, sagt Thomas Sattelberger. Der Telekom-Personalvorstand über falsche Paradigmen, den Niedergang des MBA und die Reform der Manager-Ausbildung bei der Telekom.
Herr Sattelberger, jeder zweite MBA-Absolvent des aktuellen Harvard-Jahrgangs hat per Eid gelobt, seiner Arbeit „in ethischer Weise nachzugehen“. Gute Idee?

Ich halte den Eid für einen Gimmick…

…allerdings einen, auf den deutsche Business Schools künftig setzen. Ebenso wie auf neue Lehrstühle für Corporate Social Responsibility und Ethikkurse.

Weder ein Eid noch an das Curriculum angedockte Ethikkurse ändern die Realität. Es sind bloße Marketing-Gags, die schon 2002 nach dem Platzen der Dotcom-Blase und der Enron-Pleite medial vermarktet wurden. Was hat es gebracht? Nichts. Wir sind mit gleicher Ideologie auf die nächste Krise zugesteuert.

Wie sehr hat die MBA-Ausbildung dazu beigetragen?

Wir haben es hier mit dreifachem Versagen zu tun: dem Versagen der Märkte, dem der Institutionen und dem der individuellen Moral. Da aber Märkte und Institutionen durch Menschenhand entstehen, muss man hart sagen: Fehlgeleitete Ausbildung ist ein ganz wichtiger geistiger Katalysator der Finanzkrise. Es gibt übrigens Studien, die belegen, dass MBA-Studenten mehr betrügen als andere.

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Hehlerware: CDs mit gestohlenen Daten - Die Plattensammlung der Kanzlerin

6. Februar 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Konrad Mrusek. - Nicht nur die Schweizer Bankiers haben sich getäuscht. Auch etliche deutsche Politiker kommen immer noch nicht aus dem Staunen heraus. […] Eine christlich-liberale Koalition, so glaubten vorher viele, werde doch wohl aus Respekt vor dem Rechtsstaat nicht nach der Datenscheibe greifen? Ein konservativer Finanzminister werde bei Hehlerware aus der Schweiz doch wohl weit vorsichtiger agieren als sein sozialdemokratischer Vorgänger es vor zwei Jahren im Falle Liechtensteins tat? Doch diese alten Unterschiede zwischen Links und Rechts sind passé.
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Kommunikation unter Kriminellen - Auftragskiller inserieren nicht

6. Februar 2010

Frankfurter Allgemeine Zeitung von Jürgen Kaube. - Manche sind Verbrecher von Beruf. Sie bewerben sich, durchlaufen eine Art Ausbildung, machen Karrieren, besitzen Klienten, deren Problem sie lösen, etwa durch Beschaffung von Rauschgift, oder sie machen ihnen ein Dienstleistungsangebot, das seine eigene Nachfrage schafft, weil es nicht abgelehnt werden kann. Sie haben allgemeine Geschäftsbedingungen, eigene Betriebswirte und eine Rechtsabteilung, sie pflegen ein Berufsethos, Beziehungen zu anderen Firmen derselben Branche und eine Unternehmenskultur. Dennoch fehlt seit Edwin Sutherlands Reportage mit dem schönen Titel „The Professional Thief. By a Professional Thief“ von 1937 eine gute Berufssoziologie der Kriminellen. […] Aus all diesen Materialien geht für ihn das Grundproblem des kriminellen Geschäftslebens hervor: dass es auf riskanter Kommunikation beruht, auf Mitteilung, die mit Geheimhaltung, also dem Gegenteil von Kommunikation, kombiniert werden muss. Kriminelle sind Geschäftsleute, die ein besonderes Marketingproblem haben, ein Kundenfindungsproblem, ein Personalrekrutierungsproblem.
Theorie krimineller Signale
Wie findet man etwa Kunden, die sich für gestohlenes Uran interessieren? Als 1991 eine Kanadierin aus den „Gelben Seiten“ die Adresse der Firma „Guns for Hire“ gefunden hatte und anrief, ob man nicht ihren Mann beseitigen könne, musste sie erfahren, dass der Laden auf Western Shows spezialisiert war, und wurde verhaftet. Auftragsmörder inserieren nicht. Aber was machen sie stattdessen? Gambetta entwickelt eine Theorie krimineller Signale, die zwei Kriterien erfüllen müssen: Sie sollten nur von denen verstanden werden, für die sie gemeint sind, und sie sollten nur von echten Kriminellen gesendet werden können.
Das fängt bei den Geschäftsräumen an. Schon sie wirken selektiv und erhöhen die Wahrscheinlichkeit, unter sich zu sein. Verbrecher pflegen sich an Orten aufzuhalten, die andere Leute eher meiden: heruntergekommene Gegenden, ethnisch homogene Milieus, bestimmte Bars, Boxstudios, Klubs, die voll sind, während die normale Bevölkerung arbeitet oder schläft. Die Gang in den „Sopranos“, der Fernsehserie, die wie eine Verfilmung von Gambettas Buch wirkt, sitzt etwa ständig vor einer Metzgerei und in einem Strip-Lokal herum und macht nicht den Eindruck, als könne man sich dazusetzen.
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Toyotas Image könnte Jahrzehnte leiden

4. Februar 2010

Finacial Times Deutschland, von Annette Berger. - Andere Autos sind sexy oder sportlich. Für Toyota aber galt bisher als Kaufargument: zuverlässig. Bis die Japaner die Kundenherzen zurückerobern, könnten 20 Jahre vergehen, meint ein Experte. Die Aktie fällt, auf dem größten Absatzmarkt USA streiken die Käufer, ein Massenrückruf läuft: Mit diesen Worten ist Toyotas Problem nur zum Teil beschrieben. Denn parallel zur Debatte um klemmende Gaspedale und Beschwerden über schadhafte Bremsen entbrennt eine Diskussion um die Krisen-PR des japanischen Konzerns.Geradezu fasziniert sieht die Branche zu, wie Toyotas guter Ruf zerbröselt. Analysten sprechen von einem PR-Desaster, weil der Weltmarktführer die Probleme mit seinen Fahrzeugen und Beschwerden über Mängel wiederholt heruntergespielt hat, anstatt von dem Schlimmsten auszugehen.
US-Verkehrsminister Ray LaHood riet am Mittwoch Fahrern, deren Autos vom Rückruf betroffen sind, ihre Wagen nicht mehr zu bewegen, bis der Hersteller die Probleme gelöst hat - ein weiterer Schlag fürs Image des japanischen Konzerns. In dieser Lage hätten die Japaner allen Grund, mit einer guten Krisen-PR gegenzusteuern, heißt es in der Branche. Denn anders als bei vielen Rivalen sei das Image von Toyota vor allem mit einem Begriff verknüpft: Zuverlässigkeit. In Sachen PR mache der Konzern derzeit alles falsch, was man verkehrt machen könne, sagt der der frühere BMW -Chefvolkswirt. Noch immer gehe das Unternehmen nicht offen mit seinen Problemen um. Dies sei aber wichtig, um das Vertrauen der Kunden zu erhalten oder zurückzuerobern. Beispielsweise sei noch immer nicht klar kommuniziert worden, wer genau für die technischen Probleme verantwortlich ist, die den Massenrückruf mehrerer Modelle nötig machen, sagt Becker. Es brauche erfahrungsgemäß gut 20 Jahre, bis ein Autohersteller sein altes Image abgelegt und zum Positiven verändert habe. Dies sei die Zeitspanne, in der Kunden zwei bis drei Autos kaufen und positive Erfahrungen mit einer Marke machen können, so Becker.
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Fernsehen zwischen Schwulen und Abtreibung

3. Februar 2010

von Andreas Unterberger. - Der Unterschied zwischen amerikanischen und europäischen Medien. Es ist im amerikanischen Sportgetriebe – und damit auch für die übertragende Fernsehstation CBS – die wichtigste Veranstaltung des Jahres: die auch bei uns immer beliebter werdende Super Bowl. Nun hat CBS zwei für diese Übertragung angemeldete Werbespots nicht angenommen, in denen (mit erfundenen Beispielen) drastisch Werbung für Homosexualität gemacht werden sollte, dafür wird ein Spot gesendet, in der eine (wirkliche) Mutter erzählt, dass sie einst heftig unter Druck geraten war abzutreiben; der dennoch geborene Sohn ist heute einer der beliebtesten Football-Star Amerikas. Das zeigt einen grundlegenden Unterschied zwischen Europa und Amerika: Drüben wird auch bei der Annahme von Werbespots primär auf die Mehrheit der Zuseher Rücksicht genommen; bei uns würde sich das unter dem Druck vieler Political-Correctness-Vereine und -Gesetze keine Station mehr trauen, da würden zwar die schwulen Spots, aber nicht die Anti-Abtreibungs-Werbung gezeigt. Vielleicht ist auch das ein Grund, warum in Amerika die Fernsehstationen keine Zwangsgebühren brauchen . . .
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Wie man sich in der Finanzwelt einen Ruf erarbeitet, ihn komplett zerstört - und wieder aufbaut

31. Januar 2010

Die Welt, von Nele Husmann. - Der Silicon-Valley- Investor Frank Quattrone ist wieder da.Dass er oft Ärger mit Gerichten hatte, stört nicht weiter.Seine Freunde erwarten gute Deals. Sein Schnauzbart ist jetzt noch buschiger. Aber darunter zeigt Frank Quattrone das gleiche strahlende, selbstsichere Lächeln wie zu Zeiten des New-Economy-Booms Ende der 90er-Jahre. elbst auf dem Weg zu den drei Gerichtsprozessen, die zwischen 2000 und 2006 gegen den Investmentbanker wegen Justizbehinderung liefen, strahlte er unbeirrt weiter. Jetzt aber hat Quattrone wirklich wieder etwas zu lachen. Denn er ist endlich wieder bei seiner Lieblingsbeschäftigung: Technologiefirmen bei ihren Deals und Börsengängen zu beraten.
Die Idee, Qatalyst - eine leicht gequälte Wortspielerei mit dem Anfangsbuchstaben seines Nachnamens - zu gründen, kam Quattrone, als er einem befreundeten Firmenchef informell mal wieder ein paar kluge Ratschläge gab. “Die grauen Zellen kamen in Schwung, und ich hatte Ideen, die der Vorstandschef gut und wichtig fand. Und dann begann ich darüber nachzudenken, eine Beratungsfirma aufzubauen”, sagt Quattrone.
Die Kontakte des ehemaligen Alpha-Investmentbankers aus dem Silicon Valley sind so umfangreich und weit vernetzt wie eh und je: Zur Gründung von Qatalyst im März 2008 stand Google-CEO Eric Schmidt neben ihm und sagte: “Der Start von Qatalyst ist eine wichtige Entwicklung für die Technologiebranche - ich freue mich, wieder mit Frank zusammenzuarbeiten.”
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PR-Rat will Regeln gegen Schleichwerbung im Internet

20. Januar 2010

W&V. - Wie groß die Menge bezahlter, aber verdeckter Produkt-PR in Internetforen und Blogs ist, kann niemand abschätzen. Tatsache ist, dass es sie gibt. Um die Schleichwerbepraxis im Internet einzudämmen, hat der Deutsche Rat für PR seinen Mitgliedern nun einen Entwurf für Transparenzregeln vorgelegt, über den sie auf der Mitgliederversammlung des DRPR am 26. Februar abstimmen sollen.
Grundtenor des Papiers: Die Grundregel der Offline-PR, den Absender der Maßnahme offenzulegen, soll auch für das Internet gelten. Konkret hieße das, dass Blogger in Zukunft offenlegen müssen, wenn sie gegen Geld positive Produktbesprechungen in Blogs und Foren veröffentlichen. Aufrufe zum verdeckten Auftreten im Internet, etwa von Verbänden oder anderen Interessensgruppen an ihre Mitglieder oder Agenturen an ihre Kunden, sollen ebenfalls geächtet werden. Im Auftrag eines Kunden anonyme Leserbriefe oder Postungs zu veröffentlichen, soll ebenfalls bei Entdecken öffentlich gerügt werden können.
[…]
Wie wichtig das Vorgehen gegen manipulierte Onlinebewertungen ist, zeigt nicht nur der PR-Skandal um die verdeckte PR-Maßnahmen der Deutschen Bahn in Foren und Blogs, den der Transparenzverein Lobbycontrol im vergangenen Mai aufgedeckt hat. Gerade kürzlich musste der Dienstleister Trigami zurückrudern, als er bezahlte, aber verdeckte Positivbewertungen für die Smartphoneapps der Süddeutschen Zeitung platzieren wollte – offenbar ohne konreten Auftrag.
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sueddeutsche.de bezahlt für Lob im Web

18. Januar 2010

Internet World Business, von tga. - sueddeutsche.de hat für ihre neue iPhone-Applikation positive Bewertungen in Blogs gekauft. Nachdem das Vorgehen offenkundig wurde, hat das Portal die Kampagne gestoppt. Jetzt heißt es: Alles ein Missverständnis.
Über den Schweizer Social-Media-Dienstleister Trigami hat sich sueddeutsche.de Lob für ihre iPhone-App in Blogs und im iPhone-AppStore gekauft, berichtet Upload. Dabei wurden gleich Vorschläge mitgeliefert, was die beteiligten Blogger loben sollten - unter anderem deren hohe journalistische Qualität. Trigami nennt diese Form des Marketings Advertorial: “Advertorials sind redaktionelle Werbetexte, geschrieben von Bloggern, 100% positiv durch Inhaltskontrolle Ihrerseits”, heißt es auf der Website.
Das sei jedoch nicht gewollt gewesen, so Peter Bilz-Wohlgemuth aus dem sueddeutsche.de-Marketing in einem Blogbeitrag. Man habe eine virale Kampagne lancieren wollen, die keinesfalls nur positive Kommentare beinhalten sollte.
Trigami hat die Verantwortung für den PR-Gau übernommen: Es sei lediglich zum Ausdruck gebracht worden, dass das Wunschresultat der Kampagne möglichst viele positive Berichte und Kommentare (auch im Apple Store) wären”, schreibt Geschäftsführer Remo Uherek. Diese Information sei dann ins öffentliche Bloggerbriefing übertragen worden. “Außerdem wurde aufgrund dieses Kommunikationsfehlers dem Kunden empfohlen, eine Advertorial-Kampagne zu machen, obwohl eine Text-Review-Kampagne die deutlich bessere Wahl gewesen wäre.”
sueddeutsche.de hat die Kampagne inzwischen gestoppt.
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Großzügiges Geldgeschenk für Dubai

14. Dezember 2009

Tagesschau, von Carsten Kühntopp, ARD-Hörfunkstudio Amman, zzt Dubai. - Mit zehn Milliarden Dollar unterstützt Abu Dhabi den Nachbarn Dubai. Damit kann das Emirat erstmal seine fälligen Schulden bezahlen. Was aussieht wie eine großzügige Geste, ist vielmehr der Versuch von Imagepflege. Den Herrschern in Abu Dhabi geht es auch um den Ruf der Region.
Es war die Großzügigkeit von Abu Dhabi, die sieben, zum Teil bitterarme Emirate Anfang der siebziger Jahre zu einem Staat zusammenführte und dann zusammenhielt - und es ist nun diese Großzügigkeit, die Dubai fürs Erste finanziell über Wasser hält. Die Regierung von Dubai teilte mit, man habe zehn Milliarden US-Dollar aus Abu Dhabi erhalten.
Offenbar handelt es sich um ein Geldgeschenk aus Abu Dhabi, eines, das generöser als erwartet ausfällt. In den vergangenen Wochen hatte Abu Dhabi durchblicken lassen, dass man nicht gedenke, Blankoschecks für Dubai auszustellen. Genau das hat man nun aber getan. Wahrscheinlich deswegen, weil Abu Dhabi fürchtete, Dubais Schuldenkrise könnte die gesamte Region beschädigen. So hatten Ratingagenturen in den vergangenen Wochen auch Staatsfirmen in Abu Dhabi heruntergestuft. Sie können nun Kredite nur zur wesentlich schlechteren Konditionen aufnehmen. Außerdem will man es Dubai offenbar ermöglichen, das Gesicht zu wahren.
Eine nachhaltige Schädigung seines guten Rufes würde das ganze Land in die Krise stürzen. Achmed al-Attar, ein Blogger in Abu Dhabi, fasst zusammen, wie man in Abu Dhabi auf Dubais Schwierigkeiten geblickt hat. “Da ist Enttäuschung, dass man dort zugelassen hat, dass die Dinge so schlimm werden. Aber es gibt auch das Bewusstsein, dass wir ein Land sind, dass wir Dubai nicht pleite gehen lassen werden, dass wir alles tun werden, um zu verhindern, dass Dubais Reputation Schaden nimmt. Und wir werden unser Schwesteremirat ermuntern, die Krise als Chance zu sehen, sich zu bessern und dafür zu sorgen, dass so etwas nicht noch einmal passiert”.
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Und es boomt doch in Dubai

13. Dezember 2009

Welt am Sonntag, von Britta Nagel in Dubai. - Zahlungsprobleme des Emirats lösten weltweit eine Schockwelle an den Finanzmärkten aus.Deutsche Mittelständler glauben dennoch unverdrossen an ihre Chancen am GolfIm Auge des Tornados war Windstille.Auf der “Big Five Show”, der größten Baumesse des Nahen Ostens Ende November in Dubai, herrschte bei den 260 deutschen Ausstellern business as usual. Und das, obwohl gerade die Nachricht die Runde gemacht hatte, dass Dubais Herrscher Scheich Mohammed al-Maktum bei seinen Gläubigern mit 80 Milliarden Dollar in der Kreide steht und für die Staatsholding Dubai World um Zahlungsaufschub bittet.Während weltweit die Aktienkurse einbrachen, üben sich die deutschen Mittelständler - sie stellten auf der Baumesse den größten Anteil - in Gelassenheit.
Zahlungsprobleme des Emirats lösten weltweit eine Schockwelle an den Finanzmärkten aus. Deutsche Mittelständler glauben dennoch unverdrossen an ihre Chancen am Golf. […] Eckhart Leptien, Geschäftsführer der Zylinderschlossfabrik CES aus dem nordrhein-westfälischen Velbert, ist überzeugt: Trotz Krise gibt es für deutsche Unternehmen in Dubai eine Zukunft. Seine Firma ist eine von rund 15 deutschen Mittelständlern, die am Bau des höchsten Turms der Welt, des mehr als 800 Meter hohen Burj Dubai, beteiligt ist. “Natürlich werden jetzt Bauvorhaben auf Eis gelegt. Aber es gibt immer noch rund 80 Wolkenkratzer, die in den kommenden sieben Jahren gebaut werden. Selbst wenn davon die Hälfte geschoben wird, bleibt noch genug für uns zu tun”, sagt Leptien. Rund 800 deutsche Firmen sind in den Vereinigten Arabischen Emiraten ansässig, die meisten in der Freihandelszone von Dubai. Der Export dorthin hatte laut Deutschem Industrie- und Handelskammertag (DIHK) 2008 ein Volumen von 8,1 Milliarden Euro. Die Firmen haben sich mit Ausdauer und hochwertigen Produkten auf dem Markt etabliert. Prestigeprojekte wie der Burj Dubai, den CES mit 2000 Hochsicherheitszylindern ausstattete, ziehen oft Anschlussaufträge für die beteiligten Firmen nach sich. So stattet das 170 Jahre alte Unternehmen als Nächstes ein Hotel in Dubai mit Sicherheitsschlössern aus Velbert aus. […] Und wenn über den Repräsentanten erst einmal Kontakte geknüpft sind, sei die weitere Verhandlung Chefsache, sagt CES-Geschäftsführer Leptien. Man dürfe als Leiter eines Unternehmens nicht erst zur Vertragsunterzeichnung einfliegen, sondern müsse sich während der gesamten Verhandlungsphase häufig sehen lassen. “Die Araber schätzen den persönlichen Kontakt, die machen kein Geschäft per E-Mail. Nur wenn sie immer wieder mit derselben Kontaktperson verhandeln, gewinnt man ihr Vertrauen.”
Das könne man allerdings auch schnell wieder verlieren, wenn man zu fordernd auftritt. “Auch wir haben hier den Fehler gemacht, den viele Deutsche machen: Wir waren zu ungeduldig”, sagt Leptien. “Wir hatten bei einem Partner nachgefragt, welche Aufträge wohl im nächsten Jahr zu erwarten seien, um besser planen zu können. Doch solche Zukunftspläne interessieren den Araber gar nicht. Hier gilt das Motto ‘Inshallah - so Gott will’.” Das Drängeln habe zur Folge gehabt, dass sich der Partner ein halbes Jahr lang nicht meldete.
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Weltklima-Szenarien: Als uns vor 30 Jahren eine neue Eiszeit drohte

10. Dezember 2009

Die Welt, von Ulli Kulke. - Die Weltöffentlichkeit diskutiert über die Folgen der globalen Erwärmung. In den 70-Jahren hatten wir schon mal eine intensive Debatte um die Zukunft des Weltklimas. Damals warnten uns die Wissenschaftler allerdings vor genau dem Gegenteil: einer neuen Eiszeit. Eine Rückschau.
Erinnert sich noch jemand? In den 70-Jahren war sich die Mehrheit der zuständigen Wissenschaftler und die Medien einig, vor einer neuen Eiszeit zu stehen, weil die globalen Temperaturen zuvor gesunken waren.
Was aus der Rückschau von heute besonders auffällt: Die erwarteten Folgen glichen denen, die heute im Zusammenhang mit der Erderwärmung diskutiert werden, wie ein Ei dem anderen: Unbewohnbarkeit der Erde, Extremereignisse, Hurrikane, Dürren, Fluten, Hungerkrisen und andere Katastrophen, die CIA erwartete Klimakriege. Auch machte man den Menschen verantwortlich für den sich abzeichnenden Klimawandel.
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„Spezialisten“ für Krisenkommunikation und Hofschranzen am Nürburgring

9. Dezember 2009

Eifel-Zeitung. - Um sich vor unliebsamer Berichterstattung, die keinesfalls an die Öffentlichkeit kommen soll, zu schützen, bedient man sich am Nürburgring neben den Hofschranzen einer PR-Agentur aus Hamburg, die bereits beste Erfahrungen hat in Sachen: „Wie ein 650 Millionen Euro Projekt an die Wand gefahren wird“. Der Space Park Bremen war eine der größten Baupleiten der Deutschen Nachkriegsgeschichte. Die PR-Agentur vom Space-Park ist die Gleiche, die für die Nürburgring GmbH und übrigens auch für den vermeintlichen Privatinvestor Mediinvest arbeitet.
Sie sehen, liebe Leserinnen und Leser, investigativer Journalismus ist am Nürburgring absolut unerwünscht. Schließlich beschäftigt man auf Kosten der Steuerzahler eine teuere PR-Agentur, die einzig und allein die Aufgabe hat nur Positives zu verbreiten. Da werden schnell mal Zwischenfälle vergessen oder falsch dargestellt. Auch zu vorgenanntem Pressetermin werden wieder die vorformulierten wohlwollenden Pressetexte verteilt. Dass die Leser auf diese Weise meistens nicht die Wahrheit erfahren, versteht sich von selbst.
Geld regelt Pressefreiheit
Geld entscheidet in Wirklichkeit über das, was verbreitet wird. Denn diejenigen, die sich Presse leisten können, bestimmen die Grenzen der Pressefreiheit in der Praxis. Welcher Journalist ist schon Zeitungs-Verleger und wem gehören die Verlage? Und welcher Journalist hätte schon die Mittel, Gerichtsprozesse der faktischen Zensur, auch gegen vorgeschobene Hofschranzen, finanziell durchzustehen?
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Bayern LB - Fahrenschon verteidigt sich gegen Vertuschungsvorwürfe

9. Dezember 2009

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von faz.net und Reuters. - Der in der Bayern-LB-Krise unter Druck geratene Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) verteidigt sich gegen Vertuschungsvorwürfe. „Ich sehe den Vorwurf, dass wir an irgendeiner Stelle etwas unterdrückt hätten, nicht bestätigt“, sagte Fahrenschon am Mittwoch vor der Bayern-LB-Kontrollkommission des Landtags. Fahrenschon hatte der Kommission über fünf Monate einen Prüfbericht zum Kauf der österreichischen Tochter Hypo Alpe Adria vorenthalten, die sich zum Milliardengrab entwickelt hat. Der CSU-Politiker rechtfertigte das mit dem Hinweis, die Kommission habe sich zunächst mit anderen Themen beschäftigt. Das Finanzministerium habe jedoch an keiner Stelle seine Berichtspflicht verletzt, sagte Fahrenschon.
„Tendenziöse Veröffentlichungen“
Die Bayern LB zahlte knapp 1,7 Milliarden Euro für eine Bank, die kurze Zeit später tief in die roten Zahlen stürzte. Bisher hat die Hypo Alpe Adria sechs Milliarden Euro aus Bayern verschlungen - Kaufpreis, Kapitalerhöhungen und Kredite. Linner erklärte ihre Kritik am Kauf der Hypo Alpe Adria aber bei einer heftigen Debatte im Verwaltungsrat am 21. Juli für „obsolet“, nachdem Sparkassenpräsident Siegfried Naser und andere Verwaltungsratmitglieder mehrere Stunden auf sie eingeredet hatten. Fahrenschon sagte dazu, er habe dann keine Grundlage mehr dafür gesehen, den Linner-Bericht der Kommission vorzulegen - weil die Prüferin selbst ihre Bewertung zurückgezogen hatte. Fahrenschon warnte vor der Gefahr, die „Reputation der Bank zu beschädigen durch auszugsweise oder tendenziöse Veröffentlichungen“. Das Finanzministerium hatte den Bericht erst an den Landtag geschickt, nachdem die Grünen sich das Papier auf Umwegen beschafft und die Veröffentlichung angedroht hatten.
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20 Jahre nach dem Tod: Herrhausens Nachlass

30. November 2009

Frankfurter Allgemeine Zeitung, von Tim Kanning. - Wenn es am Montag dunkel wird, kehrt für einen Moment Ruhe ein im Frankfurter Bankenviertel. Die Krise, die Aktienkurse, die Renditeziele werden für ein paar Stunden außer Acht gelassen, die Blackberrys dürften in den Taschen bleiben. Die Deutsche Bank hat in ihre gute Stube, den Hermann-Josef-Abs-Saal, geladen, zum Gedenken an die schwerste Stunde des Hauses – die Ermordung des einstigen Vorstandssprechers Alfred Herrhausen. In Bad Homburg wird ebenfalls Herrhausens gedacht.
Auf den Tag 20 Jahre ist es her, dass er auf der Fahrt von seinem Wohnhaus in Bad Homburg zu den Doppeltürmen in Frankfurt Opfer eines Bombenattentats wurde. Opfer der Terrorgruppe Rote-Armee-Fraktion. Opfer eines über Leichen gehenden Hasses auf den Kapitalismus – zu dem Herrhausen selbst eine weit reflektiertere Einstellung hatte, als dem Stereotyp Banker oft nachgesagt wird.
Eigentlich hatte er Philosophie, nicht Wirtschaftswissenschaften studieren wollen. Und so prägte er in den vier Jahren, in denen er Deutschlands größtes Kreditinstitut führte, ein ganz eigenes Bild des Spitzenbankers. Was heute als Corporate Social Responsibility in großen Unternehmen zum guten Ton gehört, geht zu einem wesentlichen Teil auf ihn zurück. So regte er an, den ärmsten Entwicklungsländern einen Teil ihrer erdrückenden Schulden zu erlassen, und stieß bei den meisten seiner Kollegen weltweit auf Unverständnis. Weggefährten bescheinigen ihm die Fähigkeit, mit Arbeitern der Daimler-Benz AG, deren Aufsichtsrat er leitete, ebenso problemlos umgehen zu können wie mit Studenten und Schülern.
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Von Grund auf nachhaltig wirtschaften

24. November 2009

Financial Times Deutschland, von Stefan Schaltegger. - Unternehmerische Verantwortung setzt beim Kerngeschäft an. Wer hier Business as usual betreibt und höchstens mal so nebenbei was für Umwelt oder Moral tut, handelt nicht mehr zeitgemäß. Auf lange Sicht zählt nur Erfolg durch Nachhaltigkeit. Ein Plädoyer.
Die Zeiten, als die Einweihung einer neuen Firmenkläranlage als Zeichen verantwortungsvoller Unternehmensführung gewertet wurde, sind vorüber. Eine “End of Pipe”-Orientierung - Umweltschutzmaßnahmen dem Produktionsprozess nachzuschalten - ist nicht mehr zeitgemäß. Filter, nachträgliche Reparaturen und Ausgleichsspenden sind meist kostenintensiv und schaffen langfristige Abhängigkeiten. Viele Unternehmen übernehmen heute schon bei der Entwicklung optimierter Verfahren für ökologisch und sozial verträgliche Produkte Verantwortung. “Begin of Pipe” ist Trend.
Zukunftsweisendes Wirtschaften geht allerdings noch einen Schritt weiter: Unternehmerische Nachhaltigkeit setzt weder nur am Ende noch am Anfang des Produktionsablaufs an, sondern im Kern des Unternehmens, bei seinen Geschäftsmodellen. Doch was bedeutet es, Verantwortung in das Kerngeschäft zu integrieren und unternehmerische Nachhaltigkeit zu realisieren?
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Diskussionsveranstaltung: Zündeln für den guten Zweck?

20. November 2009

www.sezession.de, von Baal Müller. - Es könnte ja auch mal so sein: Eine rechtsalternative Berliner Zeitung lädt in Ihrem hauseigenen Café zu einer Diskussion über das Für und Wider des Anzündens von Autos. Seit einigen Jahren ist es in der Hauptstadt nämlich üblich, daß jeden Tag Autos abgefackelt werden, deren Besitzer einen Migrationshintergrund haben – die Täter sind junge Aktivisten der rechtsautnomen Szene, die auf diese Weise gegen Überfremdung protestieren. Gelegentlich gelingt es der Polizei sogar – trotz des ihr von der Regierung für diese Art von Straftaten verordneten Deeskalationskurses –, einen Brandstifter zu fassen, der jedoch oft genug straffrei davonkommt, da das „Zündeln“, wie die Medien es verniedlichend ausdrücken, ihm nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden kann.
Die Diskussionspartner sind Vertreter der Freien Kameradschaften und Autonomen Nationalisten, der diversen, mit staatlichen Geldern geförderten Bündnisse gegen Links sowie Politiker von, z.T. an Regierungen beteiligten, Parteien. Der Moderator der rechtsalternativen Zeitung hat ziemlich viel Verständnis für die hitzköpfigen jungen Menschen, die Brandstiftung als Ausdruck legitimen, wenn auch nicht unbedingt legalen, politischen Protests ansehen und dabei den größten Teil des Publikums auf ihrer Seite haben.
Nicht wirklich durchdringen können hingegen die Parteien- oder Regierungsvertreter mit ihrer halbherzig und defensiv vorgetragenen Spießerargumentation (die ihnen vielleicht sogar selbst etwas peinlich ist), daß Brandstiftung ja eigentlich verboten sei, auch wenn sie einem guten vaterländischen Zweck diene; verglichen mit dem schlagfertigen Moderator oder den engagierten jungen Leuten, die endlich mal etwas tun, anstatt nur zu reden, wirken sie langweilig und blaß. Vom Publikum werden sie bestenfalls belächelt, während die „Zündler“ lautstarken Applaus erhalten – sogar von solchen Gästen, die zugeben, bei regierungsnahen Organisationen zu arbeiten.
So etwas gibt es nicht in Deutschland? Dann schauen Sie mal hier – Sie müssen für „Überfremdung“ nur „Globalisierung“ oder „Kapitalismus“ einsetzen und auch sonst einige Begriffe austauschen, aber das ist nicht sonderlich schwer …
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500 Millionen für Mittelstand: Der Kniefall des Lloyd Blankfein

18. November 2009

Handelsblatt, von Rolf Benders. - Eben verrichtete der Chef der Investmentbank Goldman Sachs noch das Werk Gottes, nun zieht sich Lloyd Blankfein das Büßerhemd über. Nachdem der öffentliche Prostest gegen Milliardenboni in der Bankenbranche immer größer wird, will Goldman Sachs nun mit Darlehen für den Mittelstand und Spenden das ramponierte Image aufpolieren.
NEW YORK. Die Wall Street legt das Büßerhemd an und reagiert mit Spenden auf die wachsenden öffentlichen Proteste gegen die Rückkehr zu Milliardengewinnen und fetten Boni. „Wir haben an Dingen teilgenommen, die eindeutig falsch waren und haben Grund, das zu bedauern. Wir entschuldigen uns“, sagte Lloyd Blankfein, Chef der Investmentbank Goldman Sachs, am Dienstagabend auf einer öffentlichen Veranstaltung. „Unsere Reputation ist sehr wichtig für uns.“ Kurz darauf kündigte die Bank ein 500 Mio. Dollar schweres Programm zu Unterstützung von kleinen und mittelgroßen Firmen an. Sie setzte sich damit an die Spitze eines Trends. Immer mehr US-Großbanken versuchen, mit Spenden und Hilfsaktionen, die öffentliche Aufruhr zu besänftigen.
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Es war falsch, Enke wie einen König aufzubahren

15. November 2009

Die Welt, von Thomas Schmid. - Noch immer hat der Trauer-Tsunami, der nach dem Selbstmord von Robert Enke über Deutschland und Hannover ging, etwas Rätselhaftes. Die Trauer um die in Afghanistan gefallenen Soldaten bleibt in engen Grenzen und weithin privat.
Irgendwie sind uns da vielleicht die Maßstäbe entglitten. Nein, das hätte nicht sein müssen, nicht sein sollen. Man kann Gesten der Trauer so überdehnen, dass sie das Ungehörige streifen. Robert Enke war ein populärer, charismatischer und wenig eitler Fußballspieler. Und er litt an einer schweren Krankheit, die tödlichen Verlauf nahm. Nicht Fußballbusiness und Leistungsdruck haben ihn getötet, die Krankheit hat seinem Leben ein Ende gesetzt. Sein Tod lehrt nichts. […] Der Zufall wollte es, dass der Tag, an dem auf dem Rasen in Hannover Robert Enkes gedacht wurde, zugleich der Volkstrauertag war. An dem wurde ganz früher der gefallenen deutschen Soldaten und später aller 55 Millionen Toten gedacht, die im Zweiten Weltkrieg ihr Leben verloren. Es war ein Tag, der den Krieg gegenwärtig machte und an dem sich die Gesellschaft derer vergewisserte, die fehlten, die nicht mehr da waren. Dieser Tag hat längst an Bedeutung verloren. Das Gemeinschaftshafte, das er hatte, scheint in die Gesellschaft der individuellen Wege nicht mehr zu passen. So kommt es, dass die Soldaten, die in Afghanistan ihr Leben verloren haben, im Traum nicht solche Wogen der Trauer auslösen wie der eine Robert Enke. Er, der Fußballspieler, stiftet Gemeinschaft auf höchstem Niveau. Die Trauer um die in Afghanistan gefallenen Soldaten bleibt in engen Grenzen und weithin privat. Irgendwie sind uns da vielleicht die Maßstäbe entglitten.

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Die Schweinegrippe und das Golfkriegssyndrom - Krisenkommunikation per Kettenmail

14. November 2009

WirtschaftsWoche, von Susanne Kutter. - Das Tempo, mit dem sich eine einzige ziemlich windige Ketten-Email zur Schweinegrippe-Impfung und einem angeblichen Zusammenhang zum Golfkriegsyndrom über die Republik ausbreitet, ist atemberaubend und ein Lehrstück dafür, wie Krisenkommunikation im Internet-Zeitalter funktioniert – oder auch nicht funktioniert, findet WirtschaftsWoche-Redakteurin Susanne Kutter.
Ich kenne die Email der Frankfurter Ärztin Juliane Sacher inzwischen fast auswendig: Sie stellt einen Zusammenhang her zwischen den beiden Schweinegrippe-Impfstoffen, dem darin enthaltenen Squalen und dem so genannten Golfkriegssyndrom. Sacher zieht den Schluss: „Wenn die Bundesregierung ihren Willen durchsetzt und 35 Millionen Menschen geimpft werden, ist damit zu rechnen, dass acht bis neun Millionen Bundesbürger für die nächsten Jahrzehnte unter chronischer Müdigkeit und Fibromyalgie leiden werden.“
Und sie fordert in ihrer Mail, die wie die Warnung vor Computerviren daher kommt, jeden Leser auf: „Geben Sie dieses Email bitte an möglichst viele ihrer Bekannten weiter.“ Das haben offensichtlich Heerscharen von Menschen getan, denn die Warnung verbreitete sich in atemberaubendem Tempo über die Republik. […] Das eigentliche Problem sehe ich vor allem darin, dass Menschen, die diese Informationen von einer Ärztin bekommen, sie für glaubwürdiger halten, als wenn sie selbst über eine der ziemlich haarsträubenden Impfgegner-Seiten im Netz stolpern und sie dort finden würden. Entweder ist Frau Sacher sich dieser Tatsache nicht bewusst – dann muss sie ziemlich naiv sein. Oder sie setzt ihren Doktortitel ganz gezielt darunter, damit möglichst viele Menschen diesen Käse glauben. Dann fände ich das grotesk fahrlässig.

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Russland: Sprechtraining für Oligarchen

13. November 2009

Die Presse, von Eduard Steiner. - Das Image der Milliardäre ist schlecht. Um leichter expandieren zu können, schulen sie ihr Auftreten. - Moskau. Als „Feuerwehr“ bezeichnet zu werden, gefällt Juliana Slaschova nicht besonders. Vor allem weil es ihre Tätigkeit verkürzt darstellt. Und dennoch begann manche lange Kundenbeziehung damit, dass Feuer am Dach war. Im Fall Michail Prochorows etwa 2007.
Vier Tage lang befand sich der russische Multimilliardär damals im französischen Skiort Courchevel in Polizeigewahrsam. Weil der Junggeselle mit Mädchen, die er aus Moskau eingeflogen hatte, ausgelassen feierte, wurde er der Prostitution verdächtigt. Auch wenn Prochorow freiging: Der ohnehin schlechte Ruf, ein russischer Oligarch zu sein, war weiter ramponiert. Ein schwerer Schnitzer für den gewieften Geschäftsmann, der mit 13,1 Mrd. Dollar als reichster Russe gilt und gen Westen expandieren will. Prochorow hat realisiert, dass sein Image und das seiner Finanz- und Metallholding „Onexim“ professionell gemanagt werden muss – und konsultierte Juliana Slaschova. Die 35-Jährige gilt als führende Kommunikationsberaterin. Sie hat sich enge Verbindungen zu den Superreichen aufgebaut. Dort nimmt das Verständnis für Imagepflege mittlerweile zu: „Früher kamen sie vor einer Akquisition im letzten Moment und glaubten, die öffentliche Meinung im Handumdrehen kaufen zu können.“ 150 Mitarbeiter der Agentur Michailov & Partners analysieren das mediale Erscheinungsbild der Kunden. Am Ende entscheidet Slaschova, wer zu den milliardenschweren Chefs vorgelassen wird. Sofern diese einwilligen: „Viele sind es gewohnt, im Verborgenen zu leben. So entstehen Mythen.“
Gewiss, manche stehen besonders im Verruf, sodass ihr Name von ihrem Unternehmen besser getrennt wird – „Minimierung des Reputationsrisikos“, lächelt Slaschova. In der Tat stellen die Oligarchen eine übel beleumundete Schicht dar. Das Brandmal, sich unermessliche Vermögenswerte eingeheimst zu haben, während das Volk in Armut versank, werden sie nicht los. Und auch wenn sie sich unter Premier Wladimir Putin ihren politischen Einfluss mit neuen, anonymen Beamtenmilliardären teilen mussten: Gerade die undurchsichtige Verquickung von Geld und Politik fürchtet der Westen – und mauert gegen Konzerne, die bei ihren Akquisitionsversuchen wiederholt auf Granit bissen. Das kann am Image liegen, wie der Gasmonopolist Gazprom weiß. Dass man den Gashebel im Zuge des Streits mit der Ukraine 2006 vor den TV-Kameras zudrehte, sei „ein Supergau für das Image“ gewesen, erklärt ein westlicher PR-Berater in Russland.

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Studie zum Konsumverhalten - Hilfe, mein Kunde denkt!

11. November 2009

Financial Times Deutschland, von Annette Berger. - Die Wirtschaftskrise hat einen unerwarteten Nebeneffekt: Firmen erkennen ihre Kunden kaum wieder. Denn diese wollen nicht mehr Waren konsumieren - sondern weniger. Und grübeln tun sie auch. Die Finanz- und Wirtschaftskrise krempelt auch das Verhalten der Verbraucher in Europa um. War in den 90er-Jahren ein fröhliches Anhäufen von materiellen Gütern in, streben die Kunden nun danach, Überflüssiges wegzulassen. Das ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Studie der Werbeagentur BBDO, die FTD.de vorliegt.
“Der ungebrochene Konsumoptimismus der 90er-Jahre hat in die Leere geführt. Heute haben die Leute das Bedürfnis nach Beschränkung”, sagt Andreas Trautmann, Leiter der BBDO-Niederlassung in Düsseldorf. Die Wirtschaftskrise habe damit zwar keine neuen Phänomene hervorgebracht, die bestehenden Trends aber umso deutlicher verstärkt.
Für die Untersuchung wurden europaweit knapp 15.000 Personen befragt. “Der ungebrochene Konsumoptimismus der 90er-Jahre hat in die Leere geführt. Heute haben die Leute das Bedürfnis nach Beschränkung”, sagt Andreas Trautmann, Leiter der BBDO-Niederlassung in Düsseldorf. Die Wirtschaftskrise habe damit zwar keine neuen Phänomene hervorgebracht, die bestehenden Trends aber umso deutlicher verstärkt.
Einer davon ist Budgetkontrolle. Zwar sehen sich viele Menschen nicht direkt von der Krise betroffen. Ein diffuses Gefühl der finanziellen Bedrohung löse aber bei etlichen das Bedürfnis aus, Ausgaben stärker zu steuern, heißt es in der Untersuchung, für die BBDO auch Studien mehrerer Unternehmensberatungen verglich. Bis zu fast 70 Prozent der befragten europäischen Konsumenten hätten angegeben, strikter aufzupassen, wie viel Geld sie ausgeben, heißt zusammenfassend. Eine Folge dieses Verhaltens: Der schnelle Konsum ist Geschichte. “Die Menschen nehmen sich für einen Einkauf im Supermarkt 20 bis 30 Prozent mehr Zeit als noch vor einigen Jahren”, sagt Trautmann. Weniger Geld ließen die Kunden dabei aber nicht unbedingt in den Geschäften.

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Marketingstrategie - „Konsumenten suchen derzeit nach der Sinnhaftigkeit im Konsum“

11. November 2009

Absatzwirtschaft, von Martina Monsees. - Derzeit geht ein Bewusstseins-Ruck in Richtung „des Wesentlichen und des Bedeutungsvollen” durch die Konsumgesellschaft, wie die Studie „Die Konsum-Besinnung in der Krise” der Werbeagentur BBDO Düsseldorf belegt. Im Interview erläutert CEO Andreas Trautmann, wie die Wirtschaftskrise das Konsumverhalten von rund 15 000 Befragten im europäischen Raum beeinflusst und welchen Marketingstrategien es sich zu folgen lohnt, um den Markt hierzulande zu bearbeiten.

Herr Trautmann, wie bewerten Sie die Reaktion von Herstellern, die auf das veränderte Konsumentenverhalten mit Preissenkungen an Instinkte der Verbraucher appellieren?
ANDREAS TRAUTMANN: Auch wenn 70 Prozent der Befragten angegeben haben, noch nicht direkt von der Krise betroffen zu sein, weil sich Realeinkommen als stabil erweisen und Steuerleichterungen bemerkbar machen, ist ihr Ausgabenbewusstsein doch deutlich gestiegen. Da die Krise verunsichert und die Frage nach Einsatz und Wert verstärkt, vergleichen Konsumenten Produkte und Preise momentan sehr stark. Dabei stellen die Entwertung von Gütern und Dienstleistungen durch Anbieter einerseits sowie die Konsumbesinnung andererseits zwei Phänomene dar, die sich gegenseitig bestärken. Hersteller sollten aber nicht unbedingt mit Preisreduktionen auf zurückhaltende Kunden reagieren, weil diese zu einer empfundenen Entwertung der Güter führen können, welche die Konsumenten letztendlich nur noch mehr verunsichert.

Versprachen Preisreduktionen gerade vor dem Hintergrund der preisbewussten deutschen Konsumenten aber nicht auch immer, Differenzierung und Wachstum zu genieren?
TRAUTMANN: Sicher ermöglichen Preisreduktionen Differenzierung vom Wettbewerb bei ähnlichen Produkten und haben sich über kreative Formen wie Frühbucherrabatte, Treueboni, Werksverkäufe, Bonuspunkte usw. immer wieder neue Anreize schaffen lassen. Doch mittlerweile kennt die Sonderangebot-Phantasie der Hersteller keine Grenzen mehr, sodass regelmäßige Rabattaktionen und Preissenkungen zu Unsicherheiten und Entscheidungsunfähigkeiten der Konsumenten führen, die im schlimmsten Fall in einer Konsumstarre münden. Empfehlenswert ist daher vielmehr, mehr funktionale und emotionale Werte anzubieten.

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BBDO-Studie: Schleuderpreise beschleunigen bewussten Konsum

11. November 2009

von W&V. - BBDO Düsseldorf und BBDO EMEA legen dieser Tage die Ergebnisse einer Umfrage vor, die beweist: Deutschland befindet sich in einem grundlegenden Kulturwandel. Die Verbraucher konsumieren immer bewusster und verzichten dabei gerne auf Dinge, die ihnen nicht wichtig sind. Darauf reagieren wiederum die Unternehmen mit Preissenkungen, was Güter und Dienstleistungen fortlaufend entwertet. Sie wollen so den Absatz ankurbeln. Beim Konsumenten entsteht so aber gleichzeitig das Gefühl, dass die billig verkauften Güter und Dienstleistungen nichts mehr wert sind. Am Ende kaufen sie noch bewusster ein.
“Das ist ein Teufelskreis”, sagt Andreas Trautmann, CEO von BBDO in Düsseldorf. Über 1000 Menschen hat die Agentur hierzulande online befragt, im August parallel 60 Fokusgruppen befragt. Schuld an dem Dilemma sei der Überfluss, so Trautmann. “Wer zuviel Auswahl hat, beschränkt sich aufs Wesentliche.” Europaweit hat die Agentur knapp 15.000 Personen befragt.

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Kreml dementiert PR-Kampagne für Diktator Stalin

30. Oktober 2009

von Russland-Aktuell, Moskau. - Russland will sein Image aufpolieren. Laut einem Pressebericht hat der Kreml eigens dafür eine westliche PR-Agentur angeheuert, um den Ruf Stalins zu verbessern. „Völliger Quatsch“, kommentiert Moskau den Bericht. Die Online-Zeitung EU Observer berichtet, dass die staatliche Nachrichtenagentur RIA Nowosti eine Politkampagne in Brüssel starten soll. Ziel der Kampagne sei es, Russland in einem vorteilhaften Licht darzustellen, um einen Führungsanspruch in Osteuropa und der GUS sowie wirtschaftliche Ansprüche auf die Rohstoffe in der Arktis geltend machen zu können.
Ein zweiter Vertrag sehe vor, „das Image Russlands im Ausland generell zu verbessern“, schreibt EU Observer. Erreichen wolle Moskau damit die internationale Anerkennung des eigenen Großmachtstatus, um auf einer Ebene mit den USA, China und der EU über globale Probleme und Energiefragen verhandeln zu können.
„Teil der PR wäre, die Handlungen der Sowjetunion vor und nach dem Zweiten Weltkrieg in einem positiven Licht darzustellen, um die Idee zu rechtfertigen, dass das moderne Russland Einfluss auf seine Nachbarn zum Guten in der Welt ausübt“, zitiert die Zeitung einen Mitarbeiter von RJI und führt dann folgenden Dialog zwischen dem RJI-Mitarbeiter und einem Sprecher einer Brüsseler PR-Firma an:

Frage: „Wollen Sie, dass wir sagen, Stalin war gar nicht so ein schlechter Kerl?“ Antwort: „Ich weiß, das ist schwer.“ Frage: „Sie wollen also, dass wir die Geschichte umschreiben?“ Antwort: „In gewisser Hinsicht ja.“

„Stalin-Kampagne völliger Quatsch“
Offiziell habe RJI gegenüber dem EU Observer allerdings dementiert, dass es dabei auch um Stalin gehe. Auch bei RIA Nowosti streitet man die Affäre ab. „Das ist völliger Quatsch. Wir arbeiten mit Dutzenden Firmen im Westen zusammen, aber nicht um Stalins Ruf zu polieren“, erklärte ein Sprecher der Nachrichtenagentur gegenüber Russland-Aktuell.

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Täst für Käthrins Äppel …

30. Oktober 2009

sünd düe ümlaute sichtbar? Grüß: Gö

Nachhaltigkeit braucht Emotionen: Interview mit Markenexperte Heribert Meffert

29. Oktober 2009

Horizont. - Vom exotischen Nischenthema rückt Nachhaltigkeit in den Fokus der Kommunikation. Für die Unternehmen geht es dabei allerdings um mehr als bloße Image-Politur. Im Interview erklärt Marketing-Experte Heribert Meffert, emeritierter Direktor am Institut für Marketing der Universität Münster, welchen Aufgaben sich Marken dabei stellen müssen.
Inwiefern können von Nachhaltigkeitskampagnen die Marke, aber auch der Absatz profitieren?

Heribert Meffert: Grundsätzlich können sowohl Marke als auch Absatz von Nachhaltigkeitskampagnen profitieren. Die Marke - verstanden als ein fest verankertes, unverwechselbares Vorstellungsbild eines Produktes, einer Dienstleistung oder einer ganzen Unternehmung - fungiert für Konsumenten als Vertrauens- und Orientierungsanker. Die Anreicherung der Marke mit nachhaltigen Attributen durch Nachhaltigkeitskampagnen kann demnach vor allem bei Zielgruppen, bei denen Nachhaltigkeit einen besonderen Stellenwert einnimmt, das Image und die Reputation des Unternehmens langfristig verbessern. Dies kann wiederum zu einer höheren Kundenbindung führen und in der Folge das geschäftliche Risiko reduzieren. Markenführung ist jedoch mehr als nur Kommunikation, sondern ein Leistungsversprechen, was ebenfalls den Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigen sollte und durch nachhaltige Aktivitäten auch umgesetzt werden muss. Cause related-Marketingkampagnen, wie das „Regenwald-Projekt“ von Krombacher oder die „Trinkwasser-Initiative“ von Volvic, können zudem unmittelbar den Absatz fördern, da hier zusätzliche Kaufanreize in Form eines „Feel Good“-Faktors gegeben werden.

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Rettet das Klima! Esst Hunde!

28. Oktober 2009

von Michael Miersch, Die Achse des Guten. - Die Idee ist nicht neu. Das deutsche LOHAS-Portal utopia.de stellte bereits 2008 die Frage, welches Haustier am klimafreundlichsten sei. Der Kanarienvogel, hieß die Antwort. Aber nur, wenn man den Käfig mit dem Lappen auswischt, statt ihn in der Dusche zu reinigen. Nun untersuchte ein neuseeländisches Professorenpaar welchen Klima-Pfotenabdruck die Heimtiere auf dem Planten hinterlassen. Und siehe da: Ein großer Hund ist so schlimm wie ein großes Auto. Das ist bitter, liebe Klimaretter - aber ihr habt es so gewollt. Wenn CO2 zum Maßstab aller Dinge wird, müssen eben die Hunde dran glauben. Übrigens Babys sind noch klimaschädlicher. Und die klimafreundlichste Aktion überhaupt ist der Suizid.

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Auf der Suche nach dem wahren Fortschritt

27. Oktober 2009

Von Wolf Lepenies, Die Welt. Her Majesty was not amused. Als Königin Elizabeth von England im letzten November die London School of Economics besuchte, stellte sie eine Frage: “Warum sah eigentlich niemand die Kreditklemme voraus?” Mit einer überzeugenden Antwort taten sich die Wissenschaftler schwer. Ein halbes Jahr später organisierten sie in der British Academy eine Konferenz zum Thema “Die globale Finanzkrise - Warum sah niemand sie voraus?”. Zwei Professoren, “Your Majesty’s most humble and obedient servants”, schickten danach “Madam” - so wird die Königin angeredet - einen Brief und versuchten, auf ihre Frage vom November eine bessere Antwort zu geben.
Risikobewusst, schrieben die Akademiker, seien die Banken durchaus gewesen. Eine der größten von ihnen beschäftigte nicht weniger als 4000 Risikomanager! Diese aber hatten immer nur Teile des Finanzsektors beobachtet, ohne zu versuchen, das ganze System in den Blick zu nehmen. Glänzenden Köpfen hätte es an Vorstellungskraft gemangelt. Jetzt seien die Wissenschaftler dabei, bessere Prognoseinstrumente zu entwickeln. “Never Again” werde eine nächste Konferenz heißen und gewiss neue Einsichten hervorbringen - so dass “Madam” ihre Frage hoffentlich nie mehr wiederholen müsse.

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Überfällige Abrechnung mit den Lifestyle-Ökos

27. Oktober 2009

Von Gregor Tholl, Monsters and Critics. Hamburg - Macht ein «Bio»-Einkauf die Welt besser? Lässt sich die Industrie mit strategischem Konsum umerziehen, so dass sie nur noch umweltverträglich und unter sozialen Bedingungen produziert? Geht das alles «schmerzfrei», ohne Verzicht, wie es «moderne Ökos» propagieren?
Nein, alles Unsinn und Selbstbetrug, sagt Kathrin Hartmann. Die Autorin hat ein zorniges Buch geschrieben - Titel: «Ende der Märchenstunde». Darin rechnet sie mit selbstgefälligen Lifestyle-Ökos ab - sie macht die «Bionade-Bourgeoisie» fertig.
Kathrin Hartmann, Journalistin unter anderem für «Frankfurter Rundschau», «taz», «Titanic» oder «Neon», hat was gegen «LOHAS»-Leute - also Menschen (zumeist aus der Mittelschicht), die einen «Lifestyle Of Health And Sustainability» (Lebensstil auf Basis von Gesundheit und Nachhaltigkeit) pflegen.
In Deutschland leben diese gebildeten, gut verdienenden und ästhetisch anspruchsvollen Menschen gerne in innenstadtnahen Altbau-Vierteln - also etwa im Schanzenviertel in Hamburg, im Belgischen Viertel in Köln, im Glockenbachviertel in München, im Nordend in Frankfurt oder im vielbeschriebenen Prenzlauer Berg in Berlin.
Wer nur korrekten Konsum wolle und nicht ernsthaftes Engagement zeige, stärke höchstens einen nach wie vor kleinen und zusätzlichen Markt. Dieser Markt aber bleibe ein paralleler, nicht zuletzt, weil es die Konzerne weltweit verstünden, die Politik einzulullen, zum Beispiel damit, dass sie doch so viel «CSR» (Corporate Social Responsibility = Unternehmerische Gesellschaftsverantwortung) zeigten. In Wahrheit aber seien profitfixierte Firmen daran interessiert, verbindliche Öko- oder Sozial-Gesetze zu verhindern, weil sie sehr teuer wären.

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Auseinandersetzung um Thobens Kultur-Cluster

25. Oktober 2009

Von Peter Lamprecht, Die Welt. Ein Aufbruchsignal sollte es werden für eine der Zukunftsbranchen in NRW, als Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) am 24.Juli das neue dreiköpfige “Clustermanagement Kultur- und Kreativwirtschaft” vorstellte.Daraus sollten Impulse erwachsen für die 46 200 Firmen im Land, die mit 157 000 Mitarbeitern über 32 Milliarden Euro im Jahr umsetzen - Film- und Medienleute, Musiker, Künstler, Werbeleute, Designer und Modemacher.Seit einer Woche allerdings halten nur noch zwei statt drei Manager die Fäden zusammen: Werner Lippert, Geschäftsführer des NRW-Forum in Düsseldorf, sowie Christian Boros, der mit seinem Kommunikations-Unternehmen Kontakte zur deutschen und internationalen Kreativwirtschaft pflegt. Der Dritte im Bunde, Daniel Dettling aus Berlin, eigentlich als Cheforganisator des Trios vorgesehen, teilte am vergangenen Freitag mit, er lasse seine “Funktion als Clustermanager für Kultur- und Kreativwirtschaft bis auf Weiteres ruhen”.
Ein Aufbruchsignal sollte es werden für eine der Zukunftsbranchen in NRW, als Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) am 24. Juli das neue dreiköpfige “Clustermanagement Kultur- und Kreativwirtschaft” vorstellte. Daraus sollten Impulse erwachsen für die 46 200 Firmen im Land, die mit 157 000 Mitarbeitern über 32 Milliarden Euro im Jahr umsetzen - Film- und Medienleute, Musiker, Künstler, Werbeleute, Designer und Modemacher.

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KREON heißt jetzt KREOS.

23. Oktober 2009

Düsseldorf, 23.10.09. – KREON Reputation & PR ist heute umbenannt worden in KREOS Reputation & PR. Die eigentümergeführte Full-Service-Agentur ist auf individuelle Reputations- und PR-Konzepte spezialisiert. High end-Bereich des KREOS-Reputation Managements ist höchst erfolgreiche Medienarbeit in den redaktionellen Teilen aller deutschen Leit-, Publikums- oder Fachmedien sowie der wichtigsten internationalen Leitmedien.

Klagen ist Silber, Schweigen Gold

23. Oktober 2009

Von Helmut Reich, Manager-Magazin. Das Internet gilt oft als rechtsfreier Raum. Doch das stimmt natürlich nicht. Wer als Privatperson im Netz diffamiert wird, kann sich ebenso dagegen wehren wie Unternehmen, deren Produkte in Blogs, bei Twitter oder in Foren verleumdet werden. Der juristische Weg birgt jedoch Gefahren - manchmal ist Nichtstun die bessere Alternative.

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“Echte Werte statt Charity-Show”

23. Oktober 2009

von Ulrich Hemel, Impulse. Spätestens seit Beginn der Krise wird das Thema Ethik in Unternehmen wieder groß geschrieben. Auch Mittelständler ziehen bei dem Trend mit. Doch was sie oft vergessen: Betriebe brauchen keine Hochglanzbroschüren über CSR-Projekte, hier muss der Chef selbst ran.
Inzwischen muss man fast sagen: Mal wieder ein Korruptionsskandal. Diesmal sollen Mitarbeiter des Haushaltsgeräteherstellers BSH Bosch und Siemens Verkäufer bestochen haben. Bald jede Woche gibt es neue Enthüllungen. Spätestens seit Börsenmakler Bernard “Bernie” Madoff wegen Schneeballbetrugs im Gefängnis sitzt, werden Themen wie Unternehmensethik, Shareholder- Value und Corporate Social Responsibility (CSR) intensiv diskutiert. Und es wird sogar gehandelt: Unternehmen entwickeln Leitbilder, verkünden Wertechartas und stellen CSR-Beauftragte ein.
Auch Mittelständler folgen diesem Trend, allerdings häufig ohne Verbindung zur Strategie und zur gewachsenen Unternehmenskultur. Das Thema Ethik wird einfach delegiert – meist an die Personalabteilung. Mit der wirklichen Unternehmenssteuerung haben die Bemühungen nichts zu tun. Doch werteorientierte Unternehmensführung muss vom Chef ausgehen. Dazu gehört die Bewertung von Werten: Was genau heißt anständig? Wie viel Fremdkapital ist zuträglich?

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UK: Weniger als 15 Prozent vertrauen Werbung - Branche will Negativimage aufpolieren.

22. Oktober 2009

persoenlich.com - Die Werbebranche macht sich Sorgen um ihr angeschlagenes öffentliches Ansehen. Ausschlaggebend hierfür ist eine aktuelle Untersuchung aus Grossbritannien, derzufolge heute nur mehr weniger als 15 Prozent der erwachsenen Bevölkerung “ein generelles Vertrauen in Werbung” haben. Um das angekratzte Image wieder aufzubessern, will die britische Advertising Association (AA) nun sogar eine eigene Foundation ins Leben rufen, die mit verbreiteten negativen Vorurteilen aufräumen soll.
“Für die Werbeindustrie ist die Zeit gekommen, die eigene Reputation und den Glauben, in das, was wir tun, wieder herzustellen”, erklärt Tim Lefroy, Chief Executive der AA, anlässlich des Media Guardian Changing Advertising Summit in London. Wenn sich die Branche nicht ernsthaft ihrer zunehmenden Imageproblematik annehme, bestehe die Gefahr, dass es in wenigen Jahren erstmals mehr Werbungsgegner innerhalb der Bevölkerung geben werde als Befürworter.

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Schweizer Grossanleger kritisieren Hedge Funds scharf

22. Oktober 2009

von Marc Fischer, Cash. Hedge Funds geraten wegen Madoff und Rajaratnam in Verruf. Auch Schweizer Grossinvestoren wie der VR-Präsident des AHV-Ausgleichsfonds, Marco Netzer, kritisieren die Branche scharf. Man fürchtet vor allem Reputationsschäden.
Mit verwalteten Vermögen von rund 32 Milliarden Franken wäre Publica, die Pensionskasse des Bundes, für die Hedge-Funds-Industrie ein grosser Fisch. Doch die Türen sind den Geld-Akrobaten verschlossen. «Wir investieren nicht in Hedge Funds, weil sie teuer und intransparent sind. Zudem sind die Reputationsrisiken gross, wie der Madoff-Fall und der aktuelle Skandal um Galleon wieder gezeigt haben», sagt Publica-Direktor Werner Hertzog zu cash.
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Die Wut der Digital Natives gegen Jack Wolfskin - Wie man in wenigen Tagen seinen Ruf und seine Marke beschädigen kann

20. Oktober 2009

Von Matthias Schmitz, Neue Nachricht. Bonn - „Was für jeden Social Media Berater vorhersehbar war, scheint nicht in den Köpfen der Jack Wolfskin-Marketiers (und schon gar nicht in denen der schlauen Anwälte) präsent gewesen zu sein. Das Aufsehen in der ‚Szene’ über die Abmahnungswelle, ausgelöst durch den ersten Bericht auf Werbeblogger, ist enorm. Der Server des bekannten Marketing-Blogs war überfordert und schnell griffen andere Autoren das Thema für Diskussionen auf. Twitter, Facebook und natürlich auch die Medien berichteten. Mittlerweile hat sich eine Gruppe auf Twitter gebildet, die aus Protest eine Tatze als Profilfoto einsetzt”, schreibt der Themenblog in einer interessanten Abhandlung mit Verweis „Google Trends”. Hier sei ablesbar, wie extrem die Social Web-Welt auf den Abmahn-PR-Flop von Jack Wolfskin reagiert.
Mit den traditionellen PR-Tools könne man gegen dieses Web-Gewitter nichts mehr ausrichten, schreiben Charlene Li und Josh Bernoff in ihrem Buch „Facebook, Youtube, Xing & Co”. Die seien jetzt ungefähr so nützlich wie ein Schwert gegen einen Hagel vergifteter Pfeile. Unternehmen hätten es mit einem Trend zu tun, den die Autoren den „Groundswell nenen: einer spontanen Bewegung von Menschen, die Onlinetools benutzen, um sich miteinander zu verbinden, ihre Erfahrungen selbst in die Hand nehmen und eine machtvolle Gegenöffentlichkeit schaffen. „Der Groundswell ist breit, er verändert sich ständig und wächst unaufhörlich”, so Li und Bernoff. Bevor Firmen irgendetwas in die Wege leiten, sollten sie via Brand-Monitoring dem vielstimmigen Chor im Social Web zuhören und Fehler so schnell wie möglich offen und ehrlich revidieren. Die Tatzenmacher praktizierten genau das Gegenteil.
Die Wut gegen Jack Wolfskin entzündet sich nun vor allem bei den Digital Natives, die besonders gerne Outdoor-Klamotten tragen. „Völlig unabhängig davon, ob Jack Wolfskin nun im Recht ist oder nicht hat der Hersteller mit dieser Aktion das erzielt, was jegliche Kunden-Loyalität ins Nichts auflöst: Seine Konsumenten fühlen sich verletzt und hintergangen. Bevor also rechtliche Schritte überhaupt erst in Erwägung gezogen werden, müssen Marken den Dialog suchen. Sicherlich hätte Jack Wolfskin die Verkäufer einfach freundlich darauf hinweisen können, dass die Tatze ihrem Logo ähnelt und sie mit der Verwendung nicht einverstanden sind”, so der Rat des Themenblogs. Zu spät.

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Ratlose Wall Street - US-Banken suchen nach Akzeptanz

19. Oktober 2009

von Rolf Benders, Handelsblatt. Die US-Finanzbranche hat erstmals seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren nahezu die gesamte Bevölkerung gegen sich aufgebracht: Kunden, Anleger, Aktionäre und die Wähler. Dies ist die gleiche Koalition, die 2008 mit Barack Obama erstmals seit Jahrzehnten wieder einen Präsidenten wählte, der von Beginn an für mehr Staatseinfluss plädierte.
Die Reaktion der Branche auf diese Lage offenbart ein gerütteltes Maß an Ratlosigkeit und fehlender Einsicht. Die Bankerelite, ehemals Wortführer von “Corporate America”, ist weitgehend in Deckung gegangen und wagt kaum noch, öffentlich für die eigene Reputation zu kämpfen. Einzig Lloyd Blankfein, Chef der Investmentbank Goldman Sachs, kämpft mit offenem Visier weltweit auf Kongressen und in Interviews für die eigene Sache. Allerdings: Weil die in der Krise implodierten Gewinne der Banken nach Ansicht vieler Bürger auf Lug und Trug gebaut waren, ist das Misstrauen gegen das Institut, das so schnell wieder Milliardengewinne ausweist, am größten.

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Bundesbank - Weber hätte Sarrazin-Interview verhindern können

17. Oktober 2009

Die Bundesbank war nach SPIEGEL-Informationen tiefer in die Entstehung des umstrittenen Interviews ihres Vorstandsmitglieds Sarrazin eingebunden, als bislang bekannt. Der Kommunikationschef hatte offenbar keine Einwände gegen die später kritisierten Textpassagen.
So erfolgte schon die Interview-Anfrage der Kulturzeitschrift “Lettre International” an Thilo Sarrazin über die Pressestelle der Bundesbank. Mitarbeiter der Kommunikationsabteilung rieten Sarrazin zu dem Gespräch, das dann in der Niederlassung der Bundesbank in Berlin geführt wurde.
Der Leiter der Kommunikationsabteilung hatte nach eingehender Lektüre keine grundsätzlichen Bedenken, machte aber Änderungsvorschläge, die Sarrazin auch übernahm.

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Prozess: Michaela Schaffrath klagt auf 40.000 Euro Schadenersatz

16. Oktober 2009

von Daniel Herder, Hamburger Abendblatt. Wird das Fell verteilt, bevor der Bär erlegt ist? Auf 40.000 Euro Schadenersatz hat Schauspielerin Michaela Schaffrath das Hamburger Online-Shopping-Center Gimahhot verklagt. Grund: Das Unternehmen hatte am 1. April in einem Blog die 39-Jährige als das neue Werbegesicht der Firma angekündigt. Außerdem werde sich Gimahhot in Anlehnung an Schaffraths Vergangenheit als Porno-Star „Gina Wild“ fortan „Ginahot“ nennen. Misslungener April-Scherz oder genialer PR-Coup? Die Aktion könnte das Unternehmen jedenfalls teuer zu stehen kommen.

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Kurz-URLs: Das riskante Spiel mit den Twitter-Links

15. Oktober 2009

Fast genauso lang wie das World Wide Web gibt es die Uniform Resource Locators (URLs) und bis vor kurzem war es eigentlich völlig egal, wie lang ein Link ist. Doch seit der Kurznachrichten-Dienst Twitter seinen weltweiten Siegeszug mit einem Limit von 140 Zeichen angetreten hat, hat sich das Bild gewandelt: Kurz-URLs sind inzwischen aus dem Internet nicht mehr wegzudenken. Doch bei allen offensichtlichen Vorteilen bieten Sie auch einige große Gefahren für Unternehmen und Privatpersonen. Aktuell werden beispielsweise die Tweets einiger Firmen für Phishing-Attacken missbraucht.

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Berater in der Krise - Millionenhonorare für ein paar Telefonate?

15. Oktober 2009

ORF. Zehn Millionen Euro Honorar für zehn Tage Arbeit - diesen durchaus beachtlichen Tagessatz haben zwei Berater tatsächlich erzielt. Walter Maischberger und Peter Hochegger haben im Jahr 2004 die Immofinanz beraten, als es um den Verkauf von über 60.000 Bundeswohnungen ging. Die Beratung war erfolgreich. Die Immofinanz hat den Zuschlag bekommen. Ob die beiden Berater dazu einen entscheidenden Beitrag geleistet haben, ist unklar. Wenn es so war, bleibt die Frage, ob dieser Beitrag auf legalem Weg zustande gekommen ist. Das prüft derzeit die Justiz.

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Reputationsrisiko in die Risk-Management-Strategie aufnehmen

14. Oktober 2009

von Wolfgang Böhmer, searchsecurity. Datenmissbrauch und Lücken in der IT-Sicherheit können das Image eines Unternehmens erheblich schädigen. Wie aber bewertet man das Risiko eines Image- bzw. Reputationsschadens? Ein Ansatz besteht darin, derartige Risiken mit einer kombinierten Methodik aus Business Continuity Management und einer Auswirkungsanalyse (FMEA/FMECA) zu betrachten.
Ob gewollt oder ungewollt, die Finanzkrise zerrt das Risikomanagement ins Blickfeld der Unternehmen. Es gewinnt mehr und mehr an Bedeutung – und zwar auch in Unternehmen, die nicht im Finanzdienstsektor tätig sind. Die Rezession schwemmt die Defizite im Risikomanagement an die Oberfläche. Neben den finanziellen Folgen haben viele Unternehmen äußerst schmerzhaft auch an Reputation eingebüßt. Gerade dieser Risikofaktor, der sich auch mit Image umschreiben lässt, wurde oftmals unterschätzt.

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Offener Brief von Henkel: “Ich unterstütze Sarrazin ohne Wenn und Aber”

14. Oktober 2009

Die Welt. Nach seinen umstrittenen Äußerungen über Türken und Araber bekommt Thilo Sarrazin neben heftiger Kritik auch Zuspruch. Ex-BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel schreibt auf WELT ONLINE, Sarrazin habe sowohl inhaltlich als auch in der Form Recht. Die Kritik an ihm sei peinlich für die deutsche Demokratie.

Lieber Herr Sarrazin,
nicht nur über die Medien, auch persönlich wollte ich Ihnen noch einmal zurufen, dass ich Ihre Äußerungen ohne jedes Wenn und Aber unterstütze. Dass Sie in der Sache richtig liegen, ist Ihnen in den zurückliegenden Tagen schon von kompetenterer Seite bestätigt worden.
Dass Sie sich auch in der Ausdrucksweise nicht vergriffen haben, liegt für mich ebenfalls auf der Hand, nicht nur weil Sie erst durch Zuspitzung das Thema auf den Punkt gebracht, sondern weil Sie niemandem die Ehre abgeschnitten haben. Natürlich haben Sie bemerkt, dass sich die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung hinter Sie und Ihre Aussagen gestellt hat.

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Nachspiel zur Subprime-Krise: Ehemalige Funds-Manager von Bear Stearns vor Gericht

12. Oktober 2009

Neue Zürcher Zeitung. Die Klage ist die erste ihrer Art gegen Bankmanager im Zusammenhang mit der Subprime-Krise. Cioffi und Tannin drohen nun Geld- und hohe Gefängnisstrafen. Die Verhandlung dürfte grosse Aufmerksamkeit erregen, verspricht sie doch Einsicht zu gewähren in die Wall Street und in die Welt der Macher und Manager jener Derivate und Wertpapiere, deren Kollaps die Wirtschafts- und Finanzkrise ausgelöst hat. Der Fokus dürfte sich vor allem auf die während der Krise gepflegte Kommunikation zwischen Finanzinstitutionen und ihren Kunden richten. Bisher hat kein Finanzmanager strafrechtliche Konsequenzen zu befürchten gehabt; der Verlust des Arbeitsplatzes war die höchste aller Sanktionen. Fest steht indessen, dass Cioffi und Tannin relativ kleine Fische sind und als Sündenböcke herhalten müssen.

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Nach dem Nation Brands Index sind die USA das attraktivste Land

6. Oktober 2009

Für das “brand image” eines Landes werden sechs Aspekte berücksichtigt. Dazu gehört die Wertschätzung der Exportprodukte. Hier steht Deutschland, noch dazu Exportweltmeister, bis China überholte, bekanntlich gut da. Zudem werden Kompetenz und Fairness de Regierung und ihr globales Engagement einbezogen. Die Reputation der Kultur spielt eine wichtige Rolle, aber auch die Kompetenz, Freundlichkeit, Offenheit und der Ausbildungsgrad der Menschen eines Landes. Wichtig ist selbstverständlich der touristische Aspekt, also wie gerne Ausländer das Land besuchen wollen und was es an Sehenswürdigkeiten anbietet. Und schließlich geht es darum, wie sehr ein Land Immigranten anzieht und wie gut seine wirtschaftliche Situation bewertet wird.

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Kreditmarkt - Die große Renaissance der Förderbanken

2. Oktober 2009

von Nicole Bastian, Handelsblatt
Die Volkswirte der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erwarten, dass sich die Lage am Kreditmarkt weiter zuspitzen wird. Für einige Unternehmen dürfte die Finanzierung großer Investitionen künftig deutlich erschwert werden. Dann könnten besonders die Förderbanken gefordert sein.

FRANKFURT. Schneller kann eine Reputation sich kaum wandeln: Vor einem Jahr noch verspottet wegen der 320 Mio. Euro schweren Überweisung an die insolvente Investmentbank Lehman Brothers, hat sich die staatliche Förderbank KfW in der Wirtschaftskrise zum beliebten Helfer des Bundes entwickelt. Ob es sich um Konjunkturkredite für Unternehmen und Leasingfirmen oder Großdarlehen an Banken für deren Firmen- und Exportkreditvergabe handelt: In der Not finanziert die KfW.

Ihr Image als Krisenhelfer hat die KfW zuletzt mit einer mehrwöchigen Bustour durch ganz Deutschland in diesem Jahr öffentlichkeitswirksam inszeniert. Doch tatsächlich hat die Förderbank, die zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Bundesländern gehört, im ersten Halbjahr weniger gefördert. Das Gesamtfördervolumen fiel um ein Drittel auf 23,2 Mrd. Euro, das Fördervolumen des Geschäftsbereichs Mittelstandsbank um knapp 15 Prozent auf 8,3 Mrd. Euro - trotz mehr als einer Milliarde Euro an zur Jahresmitte vergebenen Sonder-Konjunkturkrediten.

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Libysche Website knöpft sich Schweizer Facebook-Gruppe vor

2. Oktober 2009

von David Vonplon, Basler Zeitung

Die Anhänger des Qadhafi-Sohns nehmen Schweizer ins Visier, die gegen Libyen Stimmung machen. Die Website Hannibal.ly macht publik, wie man deren Adressen im Internet ausfindig macht.

«Die Schweiz versucht via Facebook die Reputation Qadhafis zu untergraben»: Blogbeitrag auf Hannibal.ly.

Auf der Internetseite Hannibal.ly werden laufend neue Hetztiraden gegen die Schweiz publiziert. Da versichern etwa junge Studenten, sie wären «bereit, mit ihrem Leben zu bezahlen», wenn Kapitän Hannibal oder Revolutionsführer Moammar Qadhafi Schaden zugefügt werde. Und neben Boykott-Aufrufen gegen Schweizer Produkte und zerfetzten Hakenkreuzen auf Schweizer Flaggen, findet sich seit wenigen Tagen auch eine retuschierte Karikatur, die Bundespräsident Merz als Hund zeigt, der ein Stöckchen apportiert. Die Zeichnung stammt vom Schweizer Silvan Wegmann, und wurde in der österreichischen Zeitung «Der Standard» publiziert.

Der «SonntagsBlick» vermutet, dass aller Wahrscheinlichkeit nach die libysche Regierung hinter dem Internetauftritt steht. Denn auf dem Server, auf dem Hannibal.ly gespeichert wird, liegt auch die Seite des libyschen Finanz- und Justizministeriums.

Die Inhalte der Seite zeigen jedoch vor allem eines: Wie genau auf libyscher Seite die Debatte um die Affäre in der Schweiz verfolgt wird. «Berichte in den Schweizer Medien werden sofort registriert und verwendet», erklärt denn auch ein Insider aus Bundesbern. Auch dort hat man den Eindruck, dass Libyen eine professionelle PR-Agentur engagiert hat, welche die Schweizer Medienlandschaft rund um die Uhr nach verwertbaren Informationen durchforstet.

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«Der Eid erscheint wie eine Show»

2. Oktober 2009

Von David Vonplon, Tagesanzeiger
HSG-Absolventen müssen seit Kurzem feierlich schwören, ihre Arbeit in den Dienst der Gesellschaft zu stellen. Andernorts hält man das für eine reine Alibi-Übung.

Eidgenossen: Harvard-Studenten schwören.

Eidgenossen: Harvard-Studenten schwören.

«Als Manager ist es meine Aufgabe, der Gesellschaft zu dienen.» So beginnt der Schwur, den MBA-Studenten der Universität St. Gallen erstmals vor ein paar Wochen geleistet haben und auch Vollzeitstudenten künftig abhalten können. Dabei geloben die Absolventen auch, mit der grösstmöglichen Integrität zu handeln und ihrer Arbeit in einer ethischen Weise nachzugehen. Die Ausbildungsstätte für die angehende Wirtschaftselite folgt einer Initiative der Harvard Business School: So wie Ärzte eine hippokratischen Eid ablegen, heben dort angehende Manager bei der Zeugnisvergabe die Finger zum Schwur.

Die Botschaft hinter dem moralischen Versprechen: Auch wenn in den Investmentbanken viele MBA-Absolventen jene Finanzprodukte zusammengeschustert haben, welche den Bankencrash ausgelöst haben, werden an der Business School keine gewissenlosen, gierigen Manager ausgebildet. Der Eid ist denn auch Teil einer breiten Initiative, den Beruf des Managers in eine angesehene Profession zu verwandeln; und sich von der früheren Generation von Bankern und Managern abzugrenzen, welche die Exzesse der letzten Jahre zu verantworten hat. Es gilt die weit verbreitete Ansicht zu korrigieren, dass an den Business School, das kurzfristige Gewinndenken geradezu eingeimpft wird.

Unumstritten ist, dass die Reputation der Manager zuletzt arg gelitten hat. Weniger eindeutig ist allerdings, ob das feierliche Versprechen mehr darstellt als eine Alibiübung. «Der Eid erscheint wie eine Show – oberflächlich – und wirft ein bedenkliches Licht auf das Studium selbst», sagt dazu Wirtschaftswissenschaftler Fredmund Malik, der in seinem Management Zentrum St. Gallen selber Weiterbildungskurse für Kaderleute anbietet. Was gemäss Malik viel wichtiger wäre als ein Eid: Das MBA-Studium müsste mit jenen Inhalten gefüllt werden, die dem Nachwuchs das richtige Handwerk des Managements beibringen. Der Ökonom vermutet, dass dieser Schwur ein reines Marketinginstrument ist, mit dem man den Managern und insbesondere den Bankern begegnen will.

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VDI-Innovationsklima-Index: Optimismus nimmt zu bei Deutschen Ingenieuren

2. Oktober 2009

von Jürgen Schreiber, Maschinenmarkt. Der VDI-Innovationsklima-Index ist im dritten Quartal 2009 auf 22 Punkte gestiegen. Da ist eine Verbesserung um insgesamt vier Punkte zum Vorquartal und bestätigt laut VDI die positive Tendenz, die schon seit Mitte 2009 zu verzeichnen sei.

Über 27% der befragten Ingenieure rechnen mit einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung der eigenen Branche in den nächsten drei Monaten. Im zweiten Quartal waren es nur 15%. Aktuell prognostizieren nur 13% eine Verschlechterung. „Der Aufwärtstrend ist deutlich zu erkennen. Die neuen Daten geben Anlass zur Hoffnung, dass wir die Wirtschaftskrise bald überwinden und die positive Tendenz sich somit verstärkt“, freut sich VDI-Präsident Prof. Bruno O. Braun.

„Als Innovationstreiber in den Bereichen Messtechnik, Rundfunk und sichere Kommunikation setzen wir ganz klar darauf, uns durch Investitionen in Forschung & Entwicklung gut für die Zeit nach der Krise zu positionieren“, so Michael Vohrer, Vorsitzender der Geschäftsführung des Münchner Elektronikkonzerns Rohde & Schwarz. „Deshalb liegen unsere Ausgaben hier im Schnitt bei 15% des Umsatzes.“ Rohde & Schwarz ist Partner der VDI-Initiative „Sachen machen“.

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Mittelstand - Frisches Geld, das keiner will

2. Oktober 2009

Etliche Beteiligungsgesellschaften sitzen auf vollen Kassen und wollen nur eines: investieren. Auch im Mittelstand. Doch der ziert sich - trotz Krise.
von Diserée Backhaus, FTD. Die Liste der strauchelnden Firmen in Private-Equity-Hand wird immer länger: Die Senderkette Pro Sieben Sat 1, die Autowerkstattkette ATU Auto-Teile-Unger, der Sanitärhersteller Sanitec, der Modelleisenbahnbauer Märklin - sie alle ächzen unter ihrer Schuldenlast und leiden unter den groben Managementfehlern der Private-Equity-Investoren. Das schreckt ab - vor allem Mittelständler. Sie wollen mit Beteiligungsgesellschaften in der Regel nichts zu tun haben. Gerade einmal sieben Prozent aller familiengeführten Unternehmen haben sich bisher auf externes Eigenkapital von Beteiligungsgesellschaften eingelassen, wie eine aktuelle Studie der Technischen Universität München ergab. Die Folge: Private-Equity-Gesellschaften bleiben derzeit auf ihrem Geld sitzen. Etwa 75 bis 100 Beteiligungsgesellschaften suchen auch jetzt in der Krise nach Möglichkeiten zu investieren, schätzt Arno Fuchs, Geschäftsführer der Investmentbank FCF Fox Corporate Finance in München. “Es sind mehrere Milliarden Euro auf dem Markt. Aber die Gesellschaften finden keine passenden Investitionen”, sagt Fuchs. Daran ist allerdings nicht nur das schlechte Image der Private-Equity-Branche schuld.

Das Problem liegt vielmehr darin, dass Mittelständler und Beteiligungsgesellschaften ganz unterschiedlich ticken. “Beide Parteien verstehen die Bedürfnisse des anderen nicht”, kritisiert Fuchs. Den Mittelständlern stößt beispielsweise auf, dass Private-Equity-Manager eine Renditeerwartung von 20 bis 25 Prozent haben. Diese wiederum rechtfertigen ihre Forderung damit, dass sie auch das volle Risiko eingehen und entsprechend entlohnt werden wollen. Die mangelnde Kommunikation ist einer der wesentlichen Gründe, warum die Investoren ihr Geld selbst in einer Zeit nicht loswerden, in der etliche Mittelständler Schwierigkeiten haben, ihre Geschäfte überhaupt zu finanzieren.

Dabei könnten beide voneinander profitieren. Denn Beteiligunginvestoren bringen in der Regel nicht nur frisches Geld, sondern auch branchenspezifisches Fachwissen mit. Das kann vor allem dann wertvoll sein, wenn sich ein Unternehmen strategisch neu aufstellen möchte, um weiter zu wachsen. “Private-Equity-Gesellschaften können oft helfen”, sagt Fuchs. Er empfiehlt bei der Auswahl vor allem darauf zu achten, dass die Gesellschaft Branchenkenntnisse und ein Netzwerk an Beratern mitbringt.

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Bernotat / Bhattacharya: “Werte sind im Müll gelandet”

1. Oktober 2009

Frankfurter Rundschau. Eon-Chef Bernotat und Wirtschaftsprofessor Bhattacharya im FR-Interview über Konsequenzen der Krise.
Die Weltökonomie stand am Abgrund. Welche Lehren zieht die Wirtschaft aus der Krise?

Bernotat: Besonders in Deutschland hat die Krise eine Debatte ausgelöst, ob unsere Marktwirtschaft noch Zukunft hat oder der Staat eine größere Rolle einnehmen sollte. Meine persönliche Meinung ist klar: Mehr Staat kann bestenfalls vorübergehend helfen. Wenn die Krise vorbei ist, müssen wir zurück zur Marktwirtschaft. Die Eingriffe der Regierungen waren notwendig, um aus der Krise herauszukommen. Aber weise Politiker wissen, wann es Zeit ist, die Marktkräfte wieder wirken zu lassen.

Heißt das, wir sollen zurück zum alten Status quo?

Bernotat: Ich bin nicht prinzipiell gegen Regulierung. Wir brauchen sie besonders im Finanzsektor. Dort haben unzureichende Regeln oder die mangelnde Umsetzung der Regeln zu der Krise beigetragen. Da haben Firmen mit viel Phantasie und ohne Kontrolle Produkte geschaffen. Fast alle Waren dürfen erst nach umfangreichen Tests auf den Markt. Nur bei Finanzprodukten ist das anders. Der Finanzsektor braucht deshalb strengere Regeln und mehr Transparenz.
Bhattacharya: Wir können definitiv nicht zum alten Status quo zurück. Wir haben gesehen, was der angerichtet hat. Nötig sind strengere Regeln und eine bessere Aufsicht im Finanzsektor, möglicherweise auch darüber hinaus.

Sie vertreten als Eon-Chef die Realwirtschaft. Ist die Krise eine Sünde der Finanzwirtschaft oder muss die Wirtschaft insgesamt Verantwortung übernehmen?

Bernotat: Wir sind von der Krise betroffen und spüren den Nachfragefall in fast allen Ländern. Dieser globale Abschwung hat keine Branche verschont. Insofern können wir uns auch als Opfer der Finanzkrise betrachten, denn die Energiewirtschaft ist ja wohl kaum dafür verantwortlich zu machen. Zugleich ist aber der mit der Krise einhergegangene Vertrauensverlust der Menschen in die Wirtschaft ein Thema, dem sich die Wirtschaft als Ganzes stellen muss.

Bhattacharya: Aus meiner Sicht muss jeder Verantwortung für die Krise übernehmen, die Unternehmen und Verbraucher. Ich sehe das aus einer US-Perspektive: Wir haben unsere Werte vergessen. Wir haben vergessen, wie man mit den Ressourcen leben und auskommen kann, die zur Verfügung stehen. All diese Werte sind auf dem Müllhaufen gelandet mit dem Siegeszug der Kreditkarten.>


Welche Werte meinen Sie?

Bhattacharya: Wir müssen zu traditionellen Werten zurückkehren: Verantwortungsbewusstsein, gesunder Menschenverstand und Gemeinsinn. Vielleicht sind ja zehn Paar Schuhe genug für einen Menschen und es müssen nicht 15 sein. Ich spreche hier auch über die Verantwortung von Konsumenten. Das beginnt im Einfachen, dass man Verschwendung vermeidet, das Licht ausschaltet, wenn man den Raum verlässt. Nur mit einer Bewusstseinsänderung können wir Nachhaltigkeit erreichen.

Bernotat: Dem stimme ich völlig zu. Ich darf für mein Unternehmen in Anspruch nehmen, dass wir zum Beispiel einen effizienteren Umgang mit Energie lange vor der Krise gefördert haben. Zugleich stehen wir heute insgesamt vor der Herausforderung, die Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten, weshalb für uns Themen wie Klimaschutz, der Ausbau Erneuerbarer Energien oder die Steigerung der Energieeffizienz so bedeutsam sind.

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Drohende Zahlungsunfähigkeit: Schalke ist fast pleite

1. Oktober 2009

Auf den ersten Blick sieht alles gut aus bei Schalke 04: Der Club steht auf Platz vier und hat auswärts gegen seinen schärfsten Konkurrenten gewonnen. Doch die Geldnöte des Vereins sind akuter als bekannt.
von Melanie Bergermann, Frankfurt und Axel Kintzinger, Hamburg, FTD

Sieht doch alles ganz gut aus im Revier. Der FC Schalke 04 steht auf Platz vier und freut sich noch immer über den Auswärtssieg bei Borussia Dortmund. Am Mittwoch beehrte der Bundespräsident den Traditionsklub, und am Freitag kommt mit Eintracht Frankfurt ein Gegner nach Gelsenkirchen, der für die Königsblauen auch nicht viel mehr Gefahr ausstrahlt als Horst Köhler. Wäre doch alles im Bundesliga-Leben so klar wie aufm Platz. Doch hinter dieser schönen Kulisse sieht es ganz anders aus beim Revierklub. Es fehlt an Geld. Es fehlen Ideen, welches zu beschaffen. Und es fehlen die Leute, denen diese Ideen einfallen könnten.

Peter Peters, seit der Entmachtung von Vorstands- und Finanzchef Josef Schnusenberg Ende August vom Geschäftsführer zum Finanzvorstand aufgerückt, traut man auf Schalke nicht mehr zu, das Chaos zu beenden. Der Mann sei mit den Finanzen überfordert, glauben nicht wenige im Verein, er verstehe mitunter die komplizierten Konstrukte nicht, die sein Vorgänger gebastelt hatte. Und er verfüge nicht über die nötigen Kontakte, um neues Geld aufzutreiben.

Besonders brisant für Peters: In dem Londoner Investor Stephen Schechter, dem die Schalker für einen Stadionkredit einen Großteil der künftigen Zuschauereinnahmen verpfändet haben, soll er einen schwergewichtigen Gegner gefunden haben. Schechter fordert nach FTD-Informationen die Absetzung von Peters. Der habe ihm kürzlich gebeichtet, dass drei der vier Sicherheitskonten, über die die zahlreichen Kredite des klammen Klubs bedient werden, “kein Guthaben aufweisen”. Auf allen vier Konten müssen insgesamt 8 Mio. Euro liegen, als Sicherheit für die Gläubiger. Beim einzigen noch gefüllten Konto handelt es sich offensichtlich um das, über das die Schechter-Anleihe bedient wird. Der Brite selbst hat bislang, so seine Firma, immer pünktlich die Raten aus Gelsenkirchen überwiesen bekommen.

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Die Sozialenzyklika des Papstes - Meilenstein oder Mühlstein für die christliche Sozialethik?

1. Oktober 2009

Reden zwischen Himmel und Erde 15. Oktober 2009 19 Uhr Kloster Andechs

Presseanzeiger. Am Donnerstag, den 15. Oktober 2009 diskutieren um 19.00 Uhr in der Alten Bibliothek des Klosters Andechs zum Thema „Meilenstein oder Mühlstein für die christliche Sozialethik?“ der Augsburger Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger und der Senior Director von McKinsey, Dr. Thomas von Mitschke-Collande, die Sozialenzyklika Benedikts XVI. Das Gespräch moderieren Dr. Friedemann Greiner, Direktor der Evangelischen Akademie Tutzing, und Dr. Johannes Eckert, Abt der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs. Der Eintritt ist frei.

Die Enzyklika von Papst Benedikt XVI. ruft - mitten in der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise - mit der Forderung nach einer politischen Weltautorität zwiespältige Reaktionen hervor.

Für die einen ist die Sozialenzyklika des Papstes ein Meilenstein. Eine globale politische Autorität, wie sie schon Johannes XXIII. gefordert hatte, sei gerade in der derzeitigen Krise, von bemerkenswerter Aktualität. Laut und eindrucksvoll habe sich Benedikt XVI. mit seinem Rundschreiben als Anwalt der Armen zur Wort gemeldet, so der Chor der Befürworter. Der Papst bleibe seiner Linie treu. In seiner oft als unmodern belächelten Skepsis gegenüber dem Konsumdenken, dem Machbarkeitswahn und der Profitfixierung könne sich Benedikt XVI. jetzt bestätigt sehen. Sein Appell, Wirtschaft und Politik mehr an den Prinzipien von Nachhaltigkeit und Solidarität auszurichten, deuteten daher die Zeichen der Zeit richtig und schärften das globale gesellschaftliche Bewusstsein. Ist also “caritas in veritate” das flammende Plädoyer für eine neue Werteordnung in einer globalisierten Welt, für Werte, die wirklich zählen: Gerechtigkeit, Demut vor der Schöpfung, Nächstenliebe und Menschenwürde, also ein Meilenstein für die christliche Sozialethik?

Auf andere wirkt die Enzyklika wie ein Mühlstein. Macht es sich hier ein zwar persönlich glaubwürdiger, aber gänzlich unpolitischer und weltfremder Papst nicht zu leicht? Ist die Enzyklika doch nicht mehr als ein schwacher Aufguss des bereits Gesagten, ein folgenloser Dialog im binnenkirchlichen Raum mit den bisherigen Dokumenten der katholischen Soziallehre seit Leo XIII.? Widerspricht die Forderung nach einer politischen Weltautorität nicht zentralen Prinzipien der christlichen Soziallehre, wie Solidarität und Subsidiarität? Ist die teilweise lose Verknüpfung von unterschiedlichen Themen nicht doch mehr als ein redaktioneller Schwachpunkt der Enzyklika, sondern ein struktureller Ausdruck von Hilflosigkeit und damit ein Mühlstein für die christliche Sozialethik, die zu allem etwas, aber nichts Entscheidendes zu sagen habe?

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Alles neu macht der Oktober: Twitter Listen und Tweetranking.com

1. Oktober 2009

von André Vatter, basicthinking. Dass tatsächlich “häufig Anfragen” bei Twitter ankamen, in denen darum gebeten wurde, endlich öffentliche Listen einzuführen, mag ich bezweifeln. Sicher, es handelt sich dabei um ein nettes Feature, doch auf einer tatsächlichen Wunschliste würden wohl andere Dinge ganz oben stehen: Mehr Transparenz – und nicht zuletzt bessere Serverkapazitäten. Nun, ja: Jetzt sind es eben Listen geworden.

Twitter-Entwickler Nick Kallen ist Leiter bei diesem Projekt, das zunächst nur einer ausgewählten Gruppe von Nutzern zur Verfügung steht. Diese können Listen von Accounts zusammenstellen, die jeweils einem bestimmten Themenkreis zuzuordnen sind: das können lustige Twitterer sein, die Accounts von Sportlern, Freunden oder lokalen Unternehmen. Andere Mitglieder haben dann die Möglichkeit, diese Listen zu abonnieren. Standardmäßig sind diese Listen öffentlich, können jedoch bei Bedarf auf privat umgestellt werden. Das Knaller-Feature? Ich weiß es nicht. Kallen jedenfalls macht einen ziemlich aufgeregten Eindruck. Listen sollen eine Tages eine ganz neue Art von Entdeckungskultur auf Twitter bieten.

Tweetranking 2.0

Erfreulicherweise findet für das nächste Kapitel mal ein überfälliger Szenenwechsel nach Deutschland statt! Schon seit vier Monaten ist Tweetranking am Start, das Twitter-Projekt von Netzökonom Holger Schmidt. Wer es noch nicht mitbekommen hat: Auf tweetranking.com werden die besten Twitterer im deutschsprachigen Raum durch Bewertungen prämiert: 10.000 Accounts wurden bislang berücksichtigt, die in insgesamt 200 Kategorien hierarchisiert wurden (ja, auch @basicthinking ist dabei).

Tweetranking wurde nun grundlegenden Änderungen unterzogen. Und ich meine wirklich “grundlegend”. Neu ist zum Beispiel die individuelle Startseite, auf der (angemeldete) Besucher auf einem Blick sehen können, wie sich ihr Status und der ihrer Freunde auf der Plattform entwickelt.

Eine lobenswert intelligente wie auch bewährte Neuerung stellt der Twitter Reputation Rank dar, kurz TTR. Ähnlich dem Algorithmus des Google PageRank werden nun auch auf Tweetranking nicht nur die direkten Bewertungen (bei Google sind es Links), sondern auch die Bewertungen der Bewerter (bei Google: der PageRank der verlinkenden Seite) mit in die Berechnung mit einbezogen. Spricht also ein selbst häufig empfohlener Nutzer eine Empfehlung aus, so hat seine Stimme ab sofort mehr Gewicht, als die Bewertungen, die von Neulingen vergeben werden. Der TTR pendelt auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 10 Ausdruck höchster Reputation ist.

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“Ein wichtiger Schritt war auch die Erarbeitung einer starken und authentischen Arbeitgebermarke”

1. Oktober 2009

Interview mit Jürgen Seifert, TNT Express GmbH

Jürgen Seifert, Managing Director Human Resources, Corporate Services & ICS bei der TNT Express GmbH, zeigt wie wichtig es für ein größeres Unternehmen ist, eine “Employer-Brand” zu erarbeiten. Also sich als Arbeitgeber wiedererkennbarer und geschätzter Qualitäten zu etablieren. Weiterhin weiß er wie wichtig es ist, dass ein Unternehmen seine Rolle als Arbeitgeber auch von Dritten beurteilen lässt. Das bestätigt nicht nur aus unabhängiger Quelle den Erfolg bei der Personalführung, sondern offenbart dem Personalchef auch Blickwinkel, die man zuvor nicht kannte.

förderland: Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Arbeitgeber aus?Jürgen Seifert: Ein guter Arbeitgeber verfügt über eine gute Reputation, ist unternehmerisch erfolgreich und kann so sichere Arbeitsplätze anbieten, die angemessen vergütet werden.Darüber hinaus bietet ein attraktiver Arbeitgeber seinen Mitarbeitern persönliche Perspektiven innerhalb des Unternehmens, zum Beispiel fördert er Mitarbeiter in anspruchsvollen Projekten, bietet eine systematische Personalentwicklung an und zeigt Karrierewege auf.Zunehmende Bedeutung gewinnt auch die Förderung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, beispielsweise durch flexible Arbeitszeitmodelle.

Was tun Sie, um Ihre Mitarbeiter zu motivieren oder bei ihnen gar Begeisterung für die Arbeit zu wecken?

Seifert: Wir investieren in unsere Mitarbeiter, beispielsweise indem wir ihnen eine Vielzahl an qualitativ hochwertigen Trainings über unsere unternehmenseigene TNT Akademie anbieten. Regelmäßig durchgeführte Mitarbeiterbefragungen und damit verbundene Ergebnis-Workshops  ermöglichen eine kontinuierliche Verbesserung.

Unsere Prozesse und Instrumente lassen wir regelmäßig von externen Organisationen überprüfen, zum Beispiel in Form der Investor-in-People-Zertifizierung oder verschiedener Arbeitgeber-Wettbewerbe.

Ein wichtiger Schritt war auch die Erarbeitung einer starken und authentischen Arbeitgebermarke (Employer Brand). An dieser haben wir unsere Personalarbeit konsequent ausgerichtet, um unsere Arbeitgeberidentität nach innen und außen “erlebbar” zu machen. Wir machen beispielsweise unseren Unternehmenswert “Caring” durch die Förderung von Lernpartnerschaften (Partnerschaften mit lokalen Schulen) erlebbar. Damit steht TNT Express zu seiner sozialen Verantwortung und stärkt so die Identifikation und Motivation der Mitarbeiter. 

Was sind typische Fehler, die bei der Mitarbeiterführung gemacht werden?

Seifert: Mangelnde Transparenz von Unternehmensentscheidungen sowie unzureichende Kommunikation zwischen Führungskräften und Mitarbeitern.

Wie können Jungunternehmer eine gute Kommunikation möglichst frühzeitig in die Unternehmensphilosophie aufnehmen?Seifert: Indem sie sie in einer gemeinsamen Unternehmensvision verankern und die Führungskräfte diese aktiv vorleben und von ihren Mitarbeitern einfordern.Welche drei Tipps würden Sie jungen Gründern und Unternehmern für ihre Mitarbeiterführung mit auf den Weg geben?

Seifert: Meine drei Tipps:

Wie sich die „Social Media Branche“ positionieren sollte

30. September 2009

Den folgenden Beitrag habe ich eigentlich als Kommentar zu diesem Artikel im neuen Lifestream von Talkabout/Mirko Lange veröffentlicht, und will ihn hier – in leicht weiterentwickelter – Form nochmals einstellen und vielleicht zu einer interessanten Diskussion anstoßen kann.

Was ist überhaupt ein „Social Media Berater“? Ich für meinen Teil bin der Meinung, dass ein „richtiger“ Social Media Berater in mehreren Disziplinen firm sein muss. Einerseits braucht er ein tiefes Verständnis von Marketing und Marketingkommunikation im Speziellen. Nun kann man sich sicherlich trefflich darüber streiten, ob Social Media eher eine Aufgabe der Werbung oder der PR ist – was in Form von Zuständigkeitsdebatten in den Unternehmen auch Alltag ist – ich bin in dem Punkt jedenfalls der Meinung: Die Mischung machts.

Auf der einen Seite ist Social Media bereits im Kern dialogisch angelegt, weshalb es sicherlich eine andere Denke erfordert, als klassische Werbung. Auf der anderen Seite ist es in meinen Augen ebenso notwendig, eine gute Portion an Marketingwissen mitzubringen (was im Übrigen für jeden PRo gelten sollte). Schließlich berührt Social Media eine ganze Menge Bereiche, von der externen Kommunikation bis hin zu neu gewonnen Insights für R&D.

Hinzu kommt, dass sich ein Social Media Berater, wie der Titel ja schon sagt, sicher in den Social Media bewegen muss. Das fängt damit an, dass er die unterschiedlichsten Tools kennen, beherrschen und erklären können muss und geht soweit, dass er ihren Einsatz strategisch planen, kreativ umsetzen und schließlich auswerten muss. Damit greift dann der Begriff des „Beraters“ letztlich zu kurz, denn er ist Berater, Creative Director, Strategist, Concepter und Analyst.

Die nächste Frage ist die nach der Sinnhaftigkeit, überhaupt von einem Social Media Berater (oder was auch immer) zu reden. Was spricht dagegen? Der Begriff schränkt ein und isoliert. Es redet ja auch niemand von einem Pressemitteilungsberater. Über Jahre haben sich Praxis und Wissenschaft, zum Teil extrem Mühsam, einen komplexen Ansatz von integrierter Kommunikation angeeignet, der lehrt, Kommunikationsmaßnahmen nicht isoliert sondern eingebettet in ein kommunikatives Gesamtkonzept zu betrachten. Warum sollte man Social Media davon ausklammern?

Natürlich ist Social Media ein neues Feld und erfordert Spezialisten, die damit umgehen können. Ebenso klar ist, dass es heute zur Differenzierung taugt, sich das Attribut des Social Media Experten zu geben (so man es denn wirklich ist) um einen Wettbewerbsvorteil zu erlangen. Doch wer Social Media kann, verfügt über einen breites Spektrum: Er ist des Schreibens mächtig (Blog), beherrscht Audio (Podcasts) und kann Bewegtbild zumindest planen (Viral Videos). Die Konvergenz der Medien macht’s möglich und nötig.

Demnach ist der Social Media „Berater“ falsch beraten, wenn er sich selbst als Ghosttwitterer sieht und verkauft. Er ist (bzw. sollte sein) ein vollwertiger Kommunikationsexperte, der – im Gegensatz zu vielen alt eingesessenen Vertretern seiner Zunft – eben auch in der dramatisch gewandelten Medienlandschaft sicher zurechtkommt. Was heute noch zur Abgrenzung und als USP taugt, wird in einigen Jahren (spätestens) Grundvoraussetzung sein, um in der Kommunikationsbranche überhaupt noch Fuß fassen zu können.

Im Umkehrschluss bedeutet dies aber auch, dass sich unsere Branche in meinen Augen bewusst machen muss, dass sie letztlich die Aufgabe hat, Unternehmen in den turbulenten Zeiten der Medienrevolution zu begleiten und ihnen dabei helfen, sich strategisch(!) neu aufzustellen. Denn die Konsequenzen dessen, was wir gerade erleben, gehen doch weit über bloße Kommunikation hinaus. In Zeiten zunehmender Transparenz müssen Unternehmen sich natürlich überlegen, wie sie künftig vorgehen wollen bzw. können. Manche Kommunikationskrise käme gar nicht erst zustande, wenn im Vorfeld anders gehandelt worden wäre. Viele Geschäftsmodelle sind derzeit arg am wanken – nicht zuletzt auf Grund dessen, was sich momentan im Internet abspielt. Kunden fordern mehr Offenheit, sind aber auch gewillt, Input zu liefern, den Unternehmen in verschiedensten Bereichen verwenden können. Dies sind nur einige Felder, in denen es in meinen Augen keinen besseren Partner und Berater gibt als die, die all diese Entwicklungen hautnah miterleben. Hier müssen wir wirken.

Thomas Euler

http://onlymeandi.wordpress.com/2009/09/30/wie-sich-die-social-media-branche-positionieren-sollte/

Auf vielfachen Wunsch: Die Wertschöpfungs- und Honorierungsdebatte im Bereich Social Media

30. September 2009

So, auf vielfachen Wunsch, und auch völlig berechtigten Wünschen, lege ich jetzt mal einen kleinen Posterous an, damit wir die in Twitter begonnene Debatte etwas elaborierter fortsetzen können. Initiiert hat die Debatte @storymaker, als er schrieb: “ Wenn “Social Media” Berater nicht aufpassen, laufen sie in die gleiche Falle wie Verlage im Web. Sie verpassen die Etablierung von Paid Content”.
 

Ganz schnell eingeschalten hat sich dann @amendedestages, “Du meinst, dass wir Social Media Maßnahmen zu günstig verkaufen?”, was Björn offensichtlich bejahte: “dass die ganze Barcamp-Kultur und das ganze Open Discussion Ding die Preise gegen 0 drückt” und “dass man zunehmend Stunden umsonst gibt / Barcampisierung der Beratung”. Als sich dann auch @_jrg in die Debatte einschaltete, konkretisierte Björn: “ geht nicht um Blogs - geht u die Bereitschaft zu bezahlen, w viele scheinbare Experten alles fast umsonst machen - wenn auch schlecht”.  

Und dann schalteten sich neben mir auch noch recht schnell @stefanosswald und @fhohenauer in die Debatte ein, womit auf einmal drei Mitarbeiter von talkabout involviert waren und bei uns offensichtlich niemand mehr gearbeitet hat.

Die Frage ist, und die würde ich gerne hier zur Debatte stellen: Welche Abrechnungsmodelle gibt es für Social Media in der Zukunft. Weiterhin “Zeit”? Oder eine “erfolgsbasierte Bezahlung” (was ist dann der “Erfolg”)? Oder gibt es einen Schwerpunkt auf Beratung?  Oder brauchen wir ganz neue Modelle? Hier noch ein paar locker gesammelte Zitate aus dieser Debatte:

von @storymaker:

  • das hab ich nicht bestritten - es wird auch immer Bedarf an freien Textern geben, frag die mal, was sie noch bekommen
  • ich rede von nachhaltigen Modellen, nicht von “gerade gut gefragt”. Medien brauchen auch viele, aber überleben können viele kaum
  • glaube es w stärker “effektbasiert” werden müssen. Reine Stunden s schwierig, weil vollkommen unabhängig v Qualität u Ergebnis
  • jaja, sag ich doch! Zeit = Wertschöpfung = unwahr
  • nein, das wird es nicht nur sein - ein Aspekt. Die anderen: systemischer Ansatz und Kreativität in der Konzeption
  • nein - bzw kommt drauf an, was Erfolg / Effekt ist und was nicht
  • deshalb muss man es definieren #Erfolg - jetzt aber off

von @amendedestages,

  • Bei Social Media Beratung verkauft man Stunden - so wie in der klassischen PR auch. Wo liegt der Unterschied?
  • Dann hoffe ich mal, dass Du Dich in diesem Falle irrst :-) Kommt das auch mal vor?
  • Wenn man das Ergebnis (und den eigenen Anteil daran) nicht definieren kann, ist erfolgsorientiert fragwürdig.

von @_jrg

  • du hast mit pons also nix verdient? und das konzept gar auf nem barcamp entwickelt?
  • klar, die wissensformation hat sich verändert, dass worum es geht, steht in vielen blogs….aber nicht jeder liest diese blogs.
  • es wird immer bedarf an vermittlern geben
  • freie texter, je nach dem wo die sind, in B eher weniger als in HH .social media berater sind grade doch ganz gut gefragt
  • da magst du recht haben, nur sehe ich das derzeit für den bereich social media nicht…
  • über kurz oder lang müssen sich die einzeldisziplinen ja eh gedanken machen, ob es alleine noch geht.
  • aber trotzdem glaube ich, dass der beratungsbedarf nicht abreissen wird.

von @talkabout

  • Wir müssen als Agenturen vieles neu denken. Change Management, Coaching, Support, gezielte Ansprache, …
  • Bisherige PR-Abrechnungs-Modelle sind in SM nicht angemessne. “Texten” oder “jdn. kennen” ist keine Wertschöpfung mehr.
  • Klar, intern ist die Zeit Abrechnungseinheit. Aber aus Kundensicht ist “Zeit” (Chronos) nicht wertschöpfend.
  • Größe und Qualität des Netzwerkes werden die wichtigesten KPIs sein. #PR #Wertschöpfung

von @fhohenauer

  • sehen wirs als Investition - wer das professionell umsetzen will, braucht gute Berater http://foxyurl.com/vrC
  • - …die dann auch bezahlt werden. Wir merken, dass es hier langsam losgeht damit.
  • I do. Ist einfach noch Neuland für viele. Mit dem Verständnis wird auch die Wertschätzung wachsen. #Optimist
  • ist für uns ja auch wieder die Frage nach dem Nachweis der #Wertschoepfung von Corporate Social Media
  • h-Abrechn. ist a. in klass. PR an Ergebnis geknüpft - was wertvolle CSM-Ergebn.sind muss definiert werden #kpi
  • freilich. Budget = Stunden * €, zu zahlen bei Ergebnis. Glaub, es geht eher drum, Ergebnis zu definieren
  • genau. Welche Ergebnisse tragen zum U-Erfolg bei. Gemeinsam bestimmen, so gut wie möglich nachweisen

Die Debatte ist eröffnet :-)

http://talkabout.posterous.com/auf-vielfachen-wunsch-die-wertschopfungs-und

Bleibt alles anders – Wie Unternehmen auf die Krise reagieren

30. September 2009

Die derzeitige Wirtschaftskrise offenbart eine Strukturkrise. 59 Prozent der Manager sagen, die Krise habe Schwächen in der eigenen Organisation aufgedeckt, die sie nun mit Change-Initiativen beseitigen wollen. Das klingt gut, das klingt nach schonungsloser Offenheit, nach Kulturwandel, nach Lernbereitschaft und –fähigkeit und natürlich nach Ärmelhochkrempeln. Das klingt nach einer schönen Change-Management-Umfrage, die Celerant Consulting da unter 561 Führungskräften veranstaltet hat.

Doch dann liest man das, Zitat: „Die Studie zeigt ganz klar, dass das Management als Reaktion auf die Krise konventionelle Einsparmethoden bevorzugt.“ Und so ist es wohl auch, denn:

  • 65 Prozent der befragten Führungskräfte haben ihre Budgets gekürzt.
  • 54 Prozent haben mit Entlassungen und
  • 40 Prozent mit Veränderungen in der Organisationsstruktur auf die Krise reagiert.
  • Lediglich 19 Prozent haben beim Verhalten der Mitarbeiter angesetzt.
  • 66 Prozent zählen Kostenreduzierungen zu den dringendsten Themen der Zukunft.
  • 66 Prozent nutzen die Krise auch, um Veränderungen durchzusetzen, die sie in einem anderen Wirtschaftsumfeld nicht durchsetzen könnten – etwa Entlassungen, die bei 54 Prozent der teilnehmenden Unternehmen stattgefunden haben.
  • Zudem hat sich die Zahl der Unternehmen, die auf die Kostenbremse treten, gegenüber dem Vorjahr von 52 Prozent auf 65 Prozent erhöht.
  • 46 Prozent wollen zumindest die Organisation auf künftige Herausforderungen vorbereiten. Also nicht einmal die Hälfte.
  • Change-Management, meine ich, klingt anders.

    Überdies: 56 Prozent der Unternehmen haben im vergangenen Jahr drei oder mehr Veränderungs-Initiativen gestartet, im Vergleich zur Vorjahres-Untersuchung (57 Prozent) ist die Zahl damit aber praktisch gleich geblieben. Trotz Umsatzrückgängen und geringerer Produktivität zeigen die Unternehmen damit eine eher gesteigerte Veränderungsunwilligkeit.

    Viele Change-Management-Projekte scheitern ohnehin daran, dass klar definierte und erreichbare Meilensteine fehlen (29 Prozent) und damit verbunden konkret messbare Ziele. Weitere Gründe für das Scheitern sind schlechte Kommunikation (16 Prozent) und damit indirekt zusammenhängender Widerstand von Mitarbeitern (14 Prozent). „Angesichts eines Gesamtetats für Change in Deutschland von über 5 Milliarden Euro ist es erschreckend, dass rund 40 Prozent der Projekte scheitern. Da man in der Beratung einen Return on Investment von 1 zu 3 zugrunde legt, ergibt das einen gesamtwirtschaftlichen Schaden von 6 Milliarden Euro“, sagt die Studienverantwortliche Roswitha Tertea.

    http://karrierebibel.de/bleibt-alles-anders-wie-unternehmen-auf-die-krise-reagieren/

    10 ways to spot people who aren’t cut out for PR

    30. September 2009

    This is going to be a harsh one. But a fair one I hope. And it’s the view of a lot of people in PR I’ve discussed this topic with lately.

    It is this simple – the PR industry today remains hampered by people who simply don’t cut the mustard, and should go and look for a job elsewhere. While the quality of PR people has been bemoaned by journalists for years, the employment boom of the noughties and the willingness of many agencies to compromise when hiring means there are too many piss-poor people around.

    History is repeating itself, thanks in part to the boom in digital. Skills are in short supply and so a certain type of digital geek that can talk-the-talk is trading on ignorance of agency management and jumping from agency-to-agency – pocketing a chunky rise on each occasion.

    It’s not that those not cut out for PR are bad people. It’s not that they’re necessarily lacking in intelligence or application, although many have only a fraction of the skills required to work in this industry.

    It’s that PR is just not the right job for them. But agencies must acknowledge it and toughen up in their approach to nurturing good skills and supporting good people, rather than carrying half-hearted colleagues. Or clients will suffer, journalists will suffer and the reputation of PR will suffer.

    Most PR people are hard-working, dedicated and professional. Yet unfortunately, I’m sure most agencies would privately confess that there is some baggage that lets the side down.

    So given that lists seem to be loved by blog watchers and Twitter geeks alike (the latter seem to love a sly toss over the charts), and at least give some form of structure to my verbal animation, here goes. My 10 ways to spot people who aren’t fit for purpose in PR:

    1. Those who questioned whether they should get into it in the first place. If you are in or past your mid-20s and are still wishy-washy about career direction, and think PR might be a nice place to have a poke around for a while, please don’t waste our time or yours.

    2. Those who think they should be an account manager within six months, having joined an agency with zero relevant experience. Promote these people at your peril. No matter how good you are, with limited experience you will trip up.

    3. People who don’t really like working with journalists. That’s a big part of the job, dummy. Yes, I hear PRs say this all the time.

    4. People who think PR is the pinnacle of self-importance and one of the highest-pressure environments you can work in. Try telling that to an ambulance worker who has just scooped body parts off the road and is on a third of your salary.

    5. The digital crowd. People who live in their own little digital world and trumpet it as the future of PR yet lack any knowledge whatsoever, or desire to learn about, non-digital or conventional PR. Calm down, grow up and do the job properly.

    6. People who get further up the ladder then neglect to do PR any more, preferring not to dirty their manicured mitts. I’d better be careful here, but I’m sure you know what I mean, and you know a few.

    7. People who cannot write to a standard expected by the clients they represent and media they work with.

    8. Those who like the sound of their own waffling and only really looked at PR as a career because they couldn’t or didn’t make it in the City.

    9. Those who have probably stayed in their job too long and blame the agency because they believe their career has stalled, rather than realising that it is a two-way relationship and both parties have to work at it. It’s like a marriage.

    10. People who can’t hold even the most basic of conversations about what their clients do and why audiences might be interested.

    http://www.speedcommunications.com/blogs/earl/2009/09/30/10-ways-to-spot-people-who-aren%e2%80%99t-cut-out-for-pr/

    Schindler geht in die Offensive

    30. September 2009

    Kritik an Behörden und Unfall-Aufklärung im japanischen Markt

    Ob Schindler in Japan die Route nach oben findet, hängt wohl weiterhin nicht nur von den Produkten ab. Der Schindler-Konzern will im Zusammenhang mit dem Unfall von 2006 von nun an offensiver seine Sicht darlegen und sich gegen die Imageschädigung in Japan auch mit rechtlichen Schritten wehren.

    Die Führung des primär auf Aufzüge und Fahrtreppen spezialisierten Schindler-Konzerns kämpft in Japan weiterhin mit den Folgen eines 2006 eingetretenen tödlichen Liftunfalls. Die Schindler-Spitze hat nun schwere Vorwürfe gegen das japanische Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus (MLIT) erhoben und droht mit rechtlichen Schritten. Die Konzernspitze wirft dem Ministerium, das neben der japanischen Polizei an der Untersuchung des Unfalls beteiligt ist, Fehlinformation der Öffentlichkeit vor. «Das Ministerium hat einen Fehler gemacht, aus Zeitdruck und womöglich unter politischem Druck», sagte Alfred N. Schindler, Verwaltungsratspräsident, Konzernchef und Hauptaktionär des Unternehmens am Dienstag an einer Video-Pressekonferenz, die den Hauptsitz Ebikon mit einem Medienraum in Tokio verband.

    Am Ende der Geduld

    Die in Ebikon anwesende Konzernführung wies darauf hin, dass man sich seit dem Unfall zurückgehalten, zahlreiche Versuche zur Entschuldigung unternommen und bei der Untersuchung mit der Polizei zusammengearbeitet habe, nun aber, im Jahr vier nach dem Unglück, sei die Geduld allmählich aufgebraucht. Schindler machte klar, dass das Unternehmen nun auf einen offensiveren Kurs umschwenke, der Öffentlichkeit die Dinge aus seiner Sicht darlegen und sich gegen das «Bashing» in Japan wehren wolle.

    Man sieht sich unter anderem als Opfer einer Medienkampagne, man werde geschmäht und stigmatisiert, so dass die Firma in den vergangenen Jahren in Japan keine Aufzüge mehr abgesetzt und auch beim Verkaufen von Fahrtreppen gelitten habe. Schindler werde keine Ansprüche auf finanzielle Entschädigung erheben, aber wenn «die Dämonisierung des Unternehmens» anhalte, werde man gegen Individuen vorgehen, die die Reputation der Firma schädigten. Dass der Kurs offensiver geworden ist, geht auch aus einem vor rund einer Woche übergebenen und anschliessend publik gemachten Schreiben des Konzerns an das MLIT vor. Darin legt Schindler offiziellen Protest gegen den Untersuchungsbericht des Ministeriums ein; man erwäge rechtliche und politische Schritte, heisst es im Schreiben, das ziemlich angriffig formuliert ist und in dem mit Blick auf die Auflagen am japanischen Markt etwa von einem De-facto-Protektionismus die Rede ist.

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    1939 – 2009 : Es bleibt alles beim alten

    30. September 2009

    Liebe Leserinnen und Leser,
    dazu, dass ich den verbal und medial unmittelbar bevorstehenden bzw. begonnenen Aufschwung der Weltwirtschaft für den größten Bluff der letzten Jahrzehnte halte, habe ich in den vergangenen Wochen viel geschrieben. Dazu, dass die meisten Menschen darauf bislang hereingefallen sind, zeugen hohe Aktieninvestitionsquoten der Privatanleger, während die Professionals tendenziell verkaufen und/oder sich mit Shortpositionen absichern. Die Insiderverkäufe erreichen verblüffende Relationen von über 20:1 Verkauf zu Kauf. Zugleich sehen wir, dass diejenigen Konjunkturdaten, die subjektive Lagebeurteilungen darstellen, immer positiver werden; diejenigen, die objektive Fakten, also „Zählbares“ messen, trotz der im 3. Quartal voll angekommenen Stützungs- und Konjunkturprogramme eine dermaßen geringe Verbesserung (und nicht selten nicht einmal das) aufweisen, dass einem Angst und Bange wird. Und nachdem sich die Politik erfolgreich selbst eingeredet hat, dass die Rezessionsrisiken vorbei sind, werden Themen wie erneute Konjunkturstimuli und Maßnahmen gegen kriminelle Energien in der Finanzwelt sofort erleichtert von der Tagesordnung gekippt.

    Parallel hierzu hören wir nach wie vor eine verblüffend massive Mehrheit an Analysten, die weiterhin steigende Kurse weissagen und hierzu, da die Fakten ja keine Argumente hergeben, auf die zum Heulen (Freudentränen natürlich) riesigen Summen an Liquidität verweisen, die händeringend versuchen, irgendwie bei jedem kleinen Rücksetzer in Rohstoffe und Aktien hinein zu kommen, während jeder aus Anleihen heraus will, weil ja die paar Prozent Nettorendite (wegen der nicht vorhandenen Inflation liegt diese im oberen Bereich der letzten zehn Jahre) lächerlich sind gegenüber den nahezu idiotensicheren Chancen auf weitaus höhere Gewinne am Aktienmarkt. Das kann man einfach mal so behaupten. Denn weder Dummheit noch vorsätzliches Lügen in der Öffentlichkeit sind strafbar. Und man kann seit jeher problemlos drei Monate später behaupten, man habe doch schon vor drei Monaten gewarnt. Bei dem Gedächtnis der Börsianer, zusätzlich dadurch belastet, dass man tagtäglich mit Meinungen überflutet wird, kommen die meisten damit ungeschoren davon und sonnen sich jahrelang in einer Reputation, die sie sich nie erworben haben.

    Und die Anlegerschaft glaubt den „Vereinigten Euphorikern“, dass es einen graust. Oder doch nicht? Man darf sich wundern, dass alles und jeder angeblich in die jetzt gerade noch so erschwinglichen Rohstoffe strömt, da diese beim angeblich unvermeidbaren Inflationsschub im Zuge des angeblich in 2010 massiv Fahrt aufnehmenden Aufschwungs wie eine Rakete steigen werden … während eben diese Kurse, ob Öl oder Industriemetalle, schon kurz nach Beginn der seit Mitte Juli laufenden Rallye ihre Hochs erreichten und seitdem vor sich hin bröckeln. Naja, immerhin fällt ja auch die Nachfrage. Ein klares Zeichen für den Aufschwung, oder? Wie war das doch gleich: Stagnierender Konsum, fallende Rohstoffnachfrage, steigende Arbeitslosigkeit, fallende Frachtraten … das sind klare Signale für Wachstum. Oder? Nein? Oh.

    Aber dafür kann es natürlich keinen Zweifel darüber geben, dass in Anleihen jetzt nur Dummbatze investieren, während gewiefte Schlauberger jetzt die Chance nutzen, seit März vervielfachte Aktien mit KGVs von über 40 noch schnell einzusammeln. Klar, wenn eine Aktie im März bei fünf Euro stand, war sie damals natürlich viel zu teuer. Bei 15 ist sie nun ein Schnäppchen. Immerhin hat sich die Lage seit März massiv verbessert. Okay, man kann das zwar nicht sehen oder gar messen, aber immerhin im Kopf ist wieder alles bestens. Und wenn wieder alles gut ist, dann schalten die meisten Gehirne (das ist dieses glibberige Zeug, das sich unter Hüten versteckt) auch gleich auf Projektion und verlängert diese Rallye mal eben 1:1 in die Zukunft. Menschen denken so. Deshalb bekommen Sie ja auch von vielen Banken Verkaufsempfehlungen erst am Ende einer jahrelangen Baisse, wenn’s eh schon wurst ist, während die Kaufempfehlungen erst am Ende der Hausse kommen, wenn’s ohnehin zu spät ist. Aber die Realität pflegt sich darum dreisterweise nicht zu scheren. Und irgendwelche anderen Teile dieser Banken wissen das und verkaufen, während die normalen Anleger gerade auf die Kaufempfehlungen aus dem selben Hause einsteigen. Komisch. Aber das liegt an den berühmten „chinese walls“. Damit auch ja keine Insiderprobleme aufkommen, darf die eine Abteilung der anderen nichts erzählen. Ja. So und nicht anders muss es sein. Aber ich schweife ab. Mal wieder.

    Zurück zu den Anleihen. Also, da will ja jeder raus. Dass die Kurse nicht wie ein Stein fallen liegt nur daran, dass die Notenbanken die Anleihekurse stützen, um die Kapitalmarktzinsen niedrig zu halten. Komisch. Wo wir doch gar keine Rezessionsgefahr haben und die Inflation schon um die Ecke lauert. Aber der Beweis, dass Anleihen keiner will, ist doch, dass die US-Regierung ihre permanent neu ausgegebene Anleihen nicht mehr loskriegen. Die sind bei den Auktionen gerade mal um das im Schnitt 2,5fache überzeichnet. Also ein Nachfrageüberhang von 150%. Das ist ein schlagender Beleg für nicht vorhandenes Interesse. Oder nicht? Nein? Nanu. Aber trotzdem:

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    Stumpfe Pfeile gegen den Kapitalismus

    30. September 2009

    von Jagdish Bhagwati (Ökonom an der Columbia University New York)

    Manche Kritiker wollten wegen der Krise den globalisierten Kapitalismus beerdigen. Doch die liberalen Reformen haben in den letzten 20 Jahren dazu geführt, 500 Millionen Menschen aus der Armut zu heben. Die Krise darf nicht dazu missbraucht werden, diese Tatsache zu widerlegen. Nötig sind präzise Reformen des Finanzsektors.

    Die gegenwärtige Krise soll für den Kapitalismus gleichbedeutend sein mit dem Fall der Mauer in Berlin. Keine Analogie ist perfekt. Aber diese ist wirklich albern. Quelle: dpaLupe

    Die gegenwärtige Krise soll für den Kapitalismus gleichbedeutend sein mit dem Fall der Mauer in Berlin. Keine Analogie ist perfekt. Aber diese ist wirklich albern. Quelle: dpa

    Als die Doppelkrise an Wall Street und Main Street ausbrach, jede für sich schon heftig genug, in ihrer Kombination allerdings umso beängstigender, konnten die Populisten den Kapitalismus gar nicht schnell genug zu Grabe tragen. Und sie bohrten aus lauter Genugtuung auch noch ihre Heugabeln in den vermeintlichen Leichnam. Champagnerpartys haben sie gefeiert. Nun aber, da alles Spritzige verflogen ist, blicken wir auf einige ramponierte Mythen und krasse Irrtümer. Und die erfordern Überprüfung und Widerlegung.

    Ich möchte zunächst einen prominenten Ökonomen zitieren, der am liebsten einen Pfahl durch Kapitalismus und Globalisierung zugleich bohren würde (die nicht ohne Grund als internationale Erweiterung des Kapitalismus betrachtet wird, da es schwer vorstellbar ist, wie Globalisierung ohne Kapitalismus als Basis hätte entstehen können). Es handelt sich um niemand anderen als meinen Kollegen an der Columbia-Universität, Joe Stiglitz. Er hat die viel zitierte Behauptung aufgestellt, dass die gegenwärtige Krise für den Kapitalismus (und die Märkte) gleichbedeutend ist mit dem Fall der Berliner Mauer. Nun wissen wir alle, dass Analogien nicht perfekt sind. Aber diese ist nun wirklich albern.

    Als die Berliner Mauer fiel, konnten wir den intellektuellen Bankrott sowohl der autoritären Politik des Kommunismus als auch einer Staatswirtschaft erleben, die einen fast universellen Anspruch auf Eigentum an den Produktionsmitteln erhob. Übrig blieb Brachland.

    Als Wall Street und Main Street unter der Krise erbebten, wurden wir Zeugen einer Pause bei der Wohlstandsgewinnung, nicht ihrer Vernichtung. Wir haben fast zwei Jahrzehnte erlebt, in denen liberale Reformen annähernd der Hälfte der Weltbevölkerung - Indien und China - unerwarteten Wohlstand gebracht haben. Und das hat sichtbare Spuren bei der Bekämpfung der Armut hinterlassen, so wie wir Reformer es vorhergesagt haben.

    Die reichen Länder, die in den 50er- und 60er-Jahren liberale Politiken stetig ausgebaut haben, hatten ebenfalls einen substanziellen Wohlstand erarbeitet. Der wurde nur durch exogene Faktoren wie den Erfolg der Opec 1971 und die durch den damaligen Fed-Chef Volcker eingeleitete Politik der Inflationsbekämpfung in den 80er-Jahren vorübergehend unterbrochen. Dann aber setzte sich das robuste Wachstum fort. Gleichzeitig wendete sich eine zunehmende Zahl von ärmeren Ländern der Demokratie zu, ausgehend von Indien, der “außergewöhnlichen Nation”, nach der Unabhängigkeit.

    Dann aber wandten einige Kritiker ein, dass hohes Wachstum alleine nicht den Punkt treffe. Vielmehr müsse man den Kapitalismus danach beurteilen, ob er etwas für die Armen bewirke. Stagnierende oder langsam wachsende Volkswirtschaften können jedoch die Armut nicht nachhaltig beseitigen. In Staaten mit massiven Armutsproblemen wie Indien oder China musste zuallererst hohes Wachstum bei Einkommen und Arbeitsplätzen geschaffen werden. Das ist sicherlich eine allgemeine Erkenntnis. Ebenso wenig wie Firmen, die Verluste machen, Corporate Social Responsibility finanzieren können, gelingt es Staaten mit stagnierender Wirtschaftsentwicklung, die Menschen aus der Armut zu befreien. Diese “Wachstumsstrategie”, habe ich daher als radikale, aktive “Pull-up”-Strategie bezeichnet. Sie ist keine konservative, passive “Trickle-down”-Strategie. Den ganzen Beitrag lesen »

    Giftpfeile im Fraktionssaal

    30. September 2009

    Von Claudia lepping, 29.09.09, 22:10h, aktualisiert 30.09.09, 16:38h

    Auf der Fraktionsklausur der SPD flogen die Fetzen. Die Parteilinke sieht ihre Ideale nach Agenda 2010, Hartz IV und Rente mit 67 verraten. Indessen gilt Gabriel als heißer Favorit auf die Nachfolge des Parteichefs Franz Müntefering.

    Olaf Scholz ruft „huhu“. Das ist nicht erfunden. Der kleine und sich stetig verschlankende Mann aus Osnabrück entsteigt dem Fahrstuhl, der ihn zur Fraktionssitzung seiner SPD im Reichstagsturm führt und sagt „huhu“ in die Kameras. Mehr nicht.Der scheidende Arbeitsminister ist der einzige Sozialdemokrat auf dem Weg in die Klausur, der in dieser Partei noch etwas werden will und trotzdem etwas sagt. Alle anderen, die auch was werden wollen, stiefeln stumm und schwermütig auf den Sitzungssaal zu: Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel und Andrea Nahles. Der gescheiterte Kanzlerkandidat soll die Fraktion führen, der Umweltminister im Ausstand soll Parteichef werden und die Berufsparteilinke seine Generalsekretärin.

    Es ist die Stille vor dem Schuss. Redselig sind nur die, die nichts mehr werden wollen. Wie Hubertus Heil, der nicht wieder Generalsekretärs werden will. Oder Noch-Finanzminister Peer Steinbrück, der auf Ämter in Partei und Fraktion verzichtet: „Ich verabschiede mich aus der ersten und zweiten Reihe und mache Platz für Nachwuchskräfte.“

    „Ihr habt unsere Glaubwürdigkeit verspielt“

    Huhu - in der SPD fliegen die Fetzen. Teilnehmer der Fraktionsklausur können gar nicht so schnell Textmeldungen auf ihren Mobiltelefonen versenden, wie die Giftpfeile über die Tische der neu zusammengewürfelten Parlamentarier-Gruppe fliegen. „Schonungslos“, „brutal“ gehe es zu. Die alte Führung habe die SPD entleibt, sich von allen hehren Werten der Sozialdemokratie gezielt entfernt, meutert die Parteilinke. Agenda 2010, Hartz IV, Rente mit 67 - dazu das desaströse Management der Hessen-Krise. Die Heldin Ypsilanti gehöre rehabilitiert und in die Bundespolitik befördert.

    Und dann die Sprüche von Müntefering, dass nach der Wahl doch eh niemand danach fragen dürfe, was ein Politiker vorher zugesagt habe. „Ihr habt unsere Glaubwürdigkeit verspielt“, brüllt Ottmar Schreiner und wird von mehreren Landesvorsitzenden dafür beklatscht. Sie fordern auch, dass die SPD sich nicht länger dem Tabu hingäbe, im Bund nicht mit der Linkspartei koalieren zu dürfen.

    Die Ablösung von Parteichef Franz Müntefering galt bis ´Dienstag noch als kleinste Lösung, doch die katastrophale Niederlage fordert Größeres. Der Berliner Landesverband wetzt als erster alle Messer (siehe unten). Steinmeier und Müntefering hätten an der Spitze nichts zu suchen, weil sie das Alte verantworteten und den Neuanfang gefährdeten. Noch bevor Steinmeier zur Fraktion stößt, lässt er die Genossen wissen, dass er auf die Kandidatur als SPD-Chef verzichte. Spätestens jetzt ist klar, dass Steinmeier auch nicht damit rechnen kann, wie geplant einstimmig zum Fraktionschef gewählt zu werden. Er hält dann in der Fraktion die Rede seines Lebens, das sagen nicht nur die, die den Westfalen heute das erste Mal in diesem Kreis erleben. Ohne Schönfärberei stehe er zu der Wahlschlappe. Ohne Empfindlichkeiten wolle er die Fehler des letzten Jahres, der letzten Jahre aufarbeiten. Und: Ja, er habe am Sonntag überlegt hinzuwerfen. Aber er werde bleiben, „weil wir den Kampf annehmen müssen, damit die SPD eine Volkspartei bleibt - mit der Fraktion als Speerspitze.“ 88 Prozent geben ihm ihre Stimme.

    Fünf Stunden zuvor im Reichstagsgebäude: Sigmar Gabriel und Andrea Nahles sitzen zusammen, 120 lange Minuten. Steinmeier kommt hinzu, bespricht sich eine Stunde lang mit den beiden, Müntefering kommt, schweigt. Er will den Übergang organisieren, „dass es geordnet läuft“. Sigmar Gabriel, die Frau an seiner Seite Andrea Nahles - Chef und Generälin, Parteivorsitzender und Generalsekretärin. Funktioniert das? Können die miteinander? Es muss funktionieren, von der ersten Minute an, das ist allen Beteiligten klar, davon muss hier niemand niemanden überzeugen.

    Gabriel vereint eine große Prise Vergangenheit (durch die fast schon an Bewunderung grenzende Nähe zum Agenda-Kanzler Schröder) mit einer erheblichen Prise Zukunft (er ist gerade 50 Jahre alt geworden). Unbestritten ist er einer der besten Redner seiner Partei und in der Lage, in nur einer Nacht ein durchdachtes Partei / Programmkonzept niederzuschreiben.

    Wowereit zwitschert durchs Willy-Brandt-Haus

    Die Parteilinke hätte lieber die umgekehrte Variante gesehen: Nahles als Chefin, und der niedersächsische Schröder-Schüler Gabriel als General. Doch der Machtkampf scheint zu Gunsten Gabriels entschieden - auch weil die Linke in der Stunde der Abrechnung längst nicht so geschlossen ist, wie sie es nach außen gern darstellen würde. Klaus Wowereit zwitscherte durchs Willy-Brandt-Haus und erklärte den Genossen seine Welt. Seiner Logik gehorchend und allzu gern wäre er an Stelle von Nahles gegen Gabriel ins Rennen um den Parteivorsitz gegangen.

    Doch Wowereit hat nicht die notwendige Reputation, auf Bundesebene eine ebenso durchschlagende Wirkung erzielen zu können wie daheim in seinem Berliner Biotop. Immerhin als stellvertretenden Parteichef können ihn sich viele Sozialdemokraten vorstellen. Ebenso vielleicht wie die NRW-Landesvorsitzende Hannelore Kraft? Ihr würde der Titel der Stellvertreterin gut zu Gesicht stehen, wenn sie im kommenden Jahr Jürgen Rüttgers (CDU) herausfordert. Am 9. Oktober wird die amtierende Parteiführung der Basis einen Personalvorschlag für den Parteitag am 13. / 14. November unterbreiten. Gegenkandidaten kaum willkommen.

    http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1246895325591.shtml

    Marke UBS hat gute Erholungschancen

    29. September 2009

    Madeleine Stäubli-Roduner, 29.09.2009
    Nach den Milliarden-Abschreibern, der Staatshilfe und dem Kampf gegen die US-Behörden liegt die Reputation der UBS am Boden. Was kann sie tun, um ihren Brand neu zu positionieren?

    Der Markenwert der UBS hat sich nachweislich innert kürzester Zeit halbiert. Dies ist ein immenser Imageschaden.» Rolf Helfenstein, Client Service Director der Zürcher Agentur Jung von Matt/Limmat, bringt es auf den Punkt. Während sich konjunkturell die ersten vielbeschworenen Silberstreifen am Horizont abzeichnen, befindet sich das Renommee der Grossbank noch im tiefen Keller. Immerhin steht die Bankspitze seit neuerem zu dieser Misere: «Unsere Reputation ist nach wie vor beschädigt», räumte kürzlich Konzernchef Oswald Grübel in einer internen Mitteilung ein. Was aber soll die UBS tun, um ihr Image nachhaltig zu verbessern? «Als Allererstes einmal: Nicht reden oder kommunizieren, sondern handeln», sagt Stephan Feige, Markenexperte und CEO des Managementberaters htp St. Gallen. «Sprich: Alles tun, um die Probleme des letzten Jahres zu lösen.» Die Monate ohne eine grossartige Kommunikation seien sicher hilfreicher gewesen als die Monate davor, in denen zwar viel kommuniziert wurde, die Halbwertszeit der Informationen aber gering gewesen sei. «Insofern vertrete ich nicht die Position, dass in Krisen besonders viel kommuniziert werden muss - eher verlässlich.» Den ganzen Beitrag lesen »

    OTTWEILER & PARTNER fusioniert mit SIC COMMUNICATION

    28. September 2009

    (PR-inside.com 28.09.2009 15:39:27) - Düsseldorfer PR-Agenturen fusionieren Düsseldorf, 1.10.09. – KREON Reputation & PR ist heute aus der Fusion zweier renommierter Düsseldorfer PR-Agenturen, OTTWEILER & PARTNER und SIC COMMUNICATION, hervorgegangen. Geschäftsführer sind die Journalisten und PR-Experten Dipl.-Kfm. Gottfried Ottweiler und Dipl.-Ing. Kathrin Sion.

    Fusioniert aus O&P und Sic Communication

    Die eigentümergeführte Full-Service-Agentur ist auf individuelle Reputations- und PR-Konzepte spezialisiert. Aus über 20-jähriger Erfahrung in Journalismus und Marketing bietet das KREON-Team um Ottweiler und Sion Strategien der klassischen Medien- und PR-Arbeit zur Umsetzung seiner Reputationskonzepte genauso an, wie die Entwicklung neuer Ideen, mit denen ein Thema auch sicher in die Medien kommt.

    Unternehmens-Reputation ist heute wichtiger denn je und ein guter Ruf ist und bleibt die beste Voraussetzung für das Vertrauen zu Unternehmen, in deren Marktangebote und ihre dauerhafte Glaubwürdigkeit. Nachhaltiges Wirtschaften und gutes Reputation Management sorgen deshalb ganz unmittelbar für Rendite. High end-Bereich des KREON-Reputation Managements ist seine höchst erfolgreiche Medienarbeit in den redaktionellen Teilen aller deutschen Leit-, Publikums- oder Fachmedien sowie der wichtigsten internationalen Leitmedien. Mehr unter: www.kreon.ag/

    Startetats: BBDO/Düsseldorf, Bünting Holding, Paradies Bettwaren, CES Sicherheitstechnik, Triple Alpha Luftfahrtunternehmen

    http://www.pr-inside.com/de/ottweiler-partner-fusioniert-m-r1501145.htm

    Kreon Reputation & PR geht in Düsseldorf an den Start

    28. September 2009

    Aus zwei mach eins: Die beiden Düsseldorfer PR-Agenturen Ottweiler & Partner und Sic Communication haben sich zu Kreon Reputation & PR zusammengeschlossen.

     Fusioniert aus O&P und Sic Communication

    Geschäftsführer sind Gottfried Ottweiler und Kathrin Sion. Die Agentur verspricht individuelle Reputations- und PR-Konzepte - “egal, ob Sie ins ‘Handelsblatt’, in die ‘Bild-Zeitung’, in die ‘Brigitte’ oder in die ‘Bella’ wollen.” Zu den Startkunden gehören BBDO, Bünting Holding und Paradies Bettwaren.

    http://www.kress.de/cont/story.php?id=130501

    Düsseldorfer Agenturfusion: KREON Reputation & PR

    28. September 2009

    28.09.2009 15:12:36 - Fusion zweier Düsseldorfer PR-Agenturen: Ottweiler & Partner, SIC Communications

    (live-PR.com) - Düsseldorf, 1.10.09. – KREON Reputation & PR ist heute aus der Fusion zweier renommierter Düsseldorfer PR-Agenturen, OTTWEILER & PARTNER und SIC COMMUNICATION, hervorgegangen. Geschäftsführer sind die Journalisten und PR-Experten Dipl.-Kfm. Gottfried Ottweiler und Dipl.-Ing. Kathrin Sion.

    Fusioniert aus O&P und Sic Communication

    Die eigentümergeführte Full-Service-Agentur ist auf individuelle Reputations- und PR-Konzepte spezialisiert. Aus über 20-jähriger Erfahrung in Journalismus und Marketing bietet das KREON-Team um Ottweiler und Sion Strategien der klassischen Medien- und PR-Arbeit zur Umsetzung seiner Reputationskonzepte genauso an, wie die Entwicklung neuer Ideen, mit denen ein Thema auch sicher in die Medien kommt.

    Unternehmens-Reputation ist heute wichtiger denn je und ein guter Ruf ist und bleibt die beste Voraussetzung für das Vertrauen zu Unternehmen, in deren Marktangebote und ihre dauerhafte Glaubwürdigkeit. Nachhaltiges Wirtschaften und gutes Reputation Management sorgen deshalb ganz unmittelbar für Rendite. High end-Bereich des KREON-Reputation Managements ist seine höchst erfolgreiche Medienarbeit in den redaktionellen Teilen aller deutschen Leit-, Publikums- oder Fachmedien sowie der wichtigsten internationalen Leitmedien. Mehr: www.kreon.ag

    Startetats: BBDO/Düsseldorf, Bünting Holding, Paradies Bettwaren, CES Sicherheitstechnik, Triple Alpha Luftfahrtunternehmen

    KREON
    Reputation & PR
    Bockumer Str. 191
    40489 Düsseldorf
    T: 0211 408 99-11 (go)
    T: 0211 408 99-12 (ks)

    www.kreon.ag

    http://www.live-pr.com/kreon-reputation-pr-r1048327499.htm

    “Das ging unter die Gürtellinie, war echt tief”

    24. September 2009

    Theodor Zeh war das am längsten dienende Vorstandsmitglied des ÖOC (Österreichisches Olympisches Comitee). Auch er ist zurückgetreten - ein STANDARD-Interview
    Standard: Mit Verlaub. War oder ist das ÖOC ein Sauhaufen?
    Zeh: Nein. Vorübergehende Probleme heißen nicht, dass der Gedanke Olympisches Komitee oder Olympia schlecht ist. Seit Turin 2006 gab es Irritationen, die zu einer beachtlich unangenehmen internen Situation geführt haben.

    Standard: Was ist schiefgelaufen? Ein kompletter Vorstand tritt ja nicht aus Spaß zurück.

    Zeh: Die Diskussion war erfüllt von Animositäten, Emotionen und Vorwürfen. Das ging unter die Gürtellinie, war echt tief. Ein gedeihliches Zusammenarbeiten wäre nicht mehr möglich gewesen.

    Standard: Sportminister Darabos meinte nach der Vorstandssitzung, das ÖOC müsse sich stärker an den Bedürfnissen der Athleten orientieren. Er sprach von einem guten Tag für den österreichischen Sport.

    Zeh: Das halte ich für eine mittelmäßige Vereinfachung. Und zwar deshalb, weil es keinen Sportler gibt, der nicht ein Umfeld braucht. Man kann einem Athleten nicht 10.000 Euro in die Hand drücken. Man muss Masseure, Mediziner, Coaches zur Verfügung stellen, Reisen gehören organisiert. Das muss bezahlt werden. Sonst wäre der Spitzensport hilflos.

    Standard: Haben sich die Funktionäre zu wichtig genommen?

    Zeh: Das glaube ich nicht. Es war eine Fehlüberlegung, nicht ehrlich zu sagen: Wenn ich mich für Salzburg bewerbe, muss ich international jene Dinge tun, die üblich sind. PR auf der ganzen Welt, von Tokio bis Montevideo, das kostet. Man muss aufschreiben, wem man was zahlt. Mit Verlaub, nichts für ungut. Da werden auch Journalisten auf der Pay-Roll gestanden sein.

    Standard: Hat die interne Kontrolle versagt? Hatte Generalsekretär Heinz Jungwirth, für den natürlich die Unschuldsvermutung gilt, zu viel Macht?

    Zeh: Noch einmal. Man darf die Dinge nicht verwechseln. Das eine ist der komische Unterstützungsverein, das andere ist das ÖOC. Das ÖOC hat die Causa Jungwirth erledigt, ist sauber. Wird man möglicherweise hintergangen, ist das ein anderes Thema, da kommt man später drauf. Es gab eine Kontrolle.

    Standard: Österreich kann sich nach den Vorfällen Kandidaturen für Spiele abschminken, oder?

    Zeh: Der Minister hat mit dieser Aussage übertrieben. Die Bedingungen, unter denen man sich heutzutage bewerben kann, sind unerfüllbar. Zu teuer. Wir sind zu klein, derpacken das nicht mehr. Das muss man akzeptieren. Ob es ein gute Entwicklung ist, wage ich zu bezweifeln.

    Standard: Fiel Ihnen der Rücktritt schwer? Sollte Karl Stoss Sie ersuchen, in den Vorstand zurückzukehren, wären Sie dazu bereit?

    Zeh: Persönlich fällt mir der Abschied überhaupt nicht schwer. Mich macht die schlechte Stimmung traurig. Das ÖOC war der Inbegriff einer noblen Art, Sport zu organisieren. Das ist zumindest derzeit verlorengegangen. Ich habe immer für den gesamten österreichischen Sport, ohne Rücksicht auf Parteipolitik, gearbeitet. Fragt mich Stoss, werde ich ihm bei Gelegenheit eine Antwort geben. In eine Streitpartie kehre ich sicher nicht zurück.

    Standard: Was bleibt von der Ära Leo Wallner?

    Zeh: Große internationale Reputation, die Aufarbeitung der Dopingaffäre mit dem Parlament war hervorragend. Persönlich war Wallner zuletzt ein bisserl ungeschickt.

    Standard: Was erwarten Sie von Nachfolger Stoss?

    Zeh: Er war selbst Spitzensportler, er ist flexibel und ein guter Organisator. Ich erwarte von ihm viel.

    Standard: Die drei Hauptprobleme des österreichischen Sports?

    Zeh: Es herrscht zu wenig Professionalismus, Lippenbekenntnisse genügen nicht. Die Spitzensportler müssen sich wie Profis benehmen, das ist ein Fulltimejob. Die Funktionäre sollen sich nicht zu wichtig nehmen, keiner ist unersetzbar. Die Republik bemüht sich, da bin ich ein bisserl beim Darabos. Die Verwendung der Mittel gehört an strengere Auflagen gebunden. Die Meinung, oben schmeißt man 100.000 Euro rein, und unten kommen zwei Bronzemedaillen raus, ist falsch. Richtig ist: Werden Vorgaben nicht eingehalten, muss man Subventionen kürzen. (Christian Hackl, DER STANDARD Printausgabe 25.09.2009)

    ZUR PERSON:

    Theodor Zeh (74) jobbte als Jurist bei der Wirtschaftskammer NÖ.

    Er war Präsident des Tennisverbandes und Vorsitzender des Bundessportfachrates der BSO. Seit 20 Jahren sitzt (saß) Zeh im Vorstand des ÖOC (Schriftführer).

    http://derstandard.at/fs/1253807715250/Das-ging-unter-die-Guertellinie-war-echt-tief

    Wie schnell die eigene Online Reputation bergab rauschen kann

    19. September 2009
    (PR-inside.com 19.09.2009 11:52:17) - Die sogenannten Social Platforms (in Deutschland auch Soziale Netzwerke) haben sich am vergangenen Wochenende einmal mehr als in der digitalen Gesellschaft etabliert erwiesen: Aus Hans-Martin S. wurde im Internet „HassMartin“, der gläserne Sonderling der Nation. HassMartin.de Betreiber Christian Schlender ruft nicht zuletzt aufgrund dieses Beispieles zur bewussten Medienkompetenz auf.

    Innerhalb weniger Stunden keimten am 12.09.2009 Hasstiraden während des 500.000-Euro-Duelles auf, das live im Fernsehen übertragen und von über drei Millionen Zuschauern verfolgt wurde. Die Antipathie entwickelte dabei im Internet Ausmaße, die bisher in Deutschland so noch nicht erlebt wurden. Hans-Martin wurde nicht nur in Sozialen Netzwerken gesucht und gefunden, sondern diese wurden obendrein genutzt, um die Antipathie weiter zu schüren, sich über seine Vorlieben und Hobbys ebenso auszutauschen, wie über seine beruflichen Tätigkeiten. Im Microbloggingdienst Twitter wurden via 140 Zeichen unter dem Hashtag #hassmartin alle Informationen über den 24-Jährigen Kandidaten verlinkt, gebündelt und in Sekundenschnelle im Internet verteilt.

    Das Beispiel #hassmartin zeigt deutlich auf, dass digitalem Reputationsmanagement in Zeiten der globalen Vernetzung hohe Achtung beizumessen ist, eine Basis an Medienkompetenz und Kenntnisse der Sozialen Netzgegebenheiten sind dessen Voraussetzung. Mit diesem Fokus stellte Christian Schlender kurzerhand die Webseite www.hassmartin.de ins Netz und sagt über die Beweggründe:
    „Hans-Martin S. ist der erste große Fall in Deutschland, in dem eine Privatperson innerhalb von wenigen Stunden seinen digitalen Ruf, die Reputation, verloren hat. Mit hassmartin.de möchte ich auf die ´Gefahren` der Sozialen Netzwerke hinweisen und einen behutsamen Umgang mit diesen empfehlen. Im Gegensatz zu früher, wo beispielsweise eine Tageszeitung die ersten Tage darüber berichtet hätte, sind die Spuren im Netz heute dauerhaft

    Mit negativen Reaktionen hätte der Oldenburger Gewinner rechnen können, Netz-Kampagnen in diesem Ausmaße waren aber bisher nur aus Amerika bekannt. Anhand einiger privater Informationen, die Hans-Martin öffentlich und für jedermann leicht zugänglich ins Netz stellte, war dem hitzköpfigen Disput der Netzgemeinde optimaler Nährboden gegeben, der schamlos ausgenutzt und über die entsprechenden Kanäle der Sozialen Netzwerke schnell ausgebreitet wurde. Die Kampagne entwickelte sich über den Austausch der recherchierten Daten bis hin zum blitzschnellen Er- und Einstellen von T-Shirts mit herabwürdigenden Aussagen und Zusammenschneiden von TV-Ausschnitten.
    „Das kann eine Gefahr für den Betroffenen werden, die unabsehbare Folgen hat. In Amerika mussten Betroffene schon oft nach einer Hetzkampagne im Internet teure Dienstleister engagieren, um die Spuren zu verwischen und die digitale Reputation einigermaßen wieder herzustellen. Von den psychischen Auswirkungen solcher Attacken ganz zu schweigen, so Christian Schlender.

    Über hassmartin.de

    Mit hassmartin.de zeigt Christian Schlender durch Dokumentation analytisch auf, wie schnell sich zum Beispiel Hetz-Kampagnen über die sozialen Netzwerke verbreiten können. Dabei soll die Kampagne im Netz gegen Hans-Martin S. nicht unterstützt, sondern auf mögliche Folgen im Internet hingewiesen werden. Der Präzedenzfall „Hassmartin“ zeigt, welche dynamische Rolle Microbloggingdienste heutzutage dabei spielen. Gleichermaßen wird zu einem sensiblen Umgang mit persönlichen Daten im Netz geraten. Der Schutz der Privatsphäre ist möglich, wenn man beispielsweise die eigenen Profile nur Freunden sichtbar macht und beobachtet, welche Informationen über einen selbst ins Netz gestellt und veröffentlicht werden. Digitales Reputationsmanagement ist wichtiger denn je und wird mit Blick auf den neuen Fall weiter an Bedeutung gewinnen.

    Über Christian Schlender

    Christian Schlender ist Student der Wirtschaftsinformatik und Kleinunternehmer mit meentix, meentix.de. Seit 2001 beschäftigt er sich mit Webtechnologien und deren Kompetenzen, insbesondere auch der Entwicklung Sozialer Netzwerke und derer Eigen-Dynamiken.

    http://www.pr-inside.com/de/wie-schnell-die-eigene-online-re-r1489345.htm

    KREON Reputation & PR

    8. September 2009

    ist durch Fusion aus den beiden Düsseldorfer PR-Agenturen OTTWEILER & PARTNER und SIC COMMUNICATION hervorgegangen. Wir bestehen seit 1993 bzw. 2006 erfolgreich am Markt. KREON ist eine eigentümergeführte Full-Service-Agentur: Geschäftsführer sind die Journalisten und PR-Spezialisten: Dipl.-Kfm. Gottfried Ottweiler und Dipl.-Ing. Kathrin Sion.Zur Umsetzung unserer Reputationskonzepte setzen wir die Strategien der klassischen Medien- und PR-Arbeit genauso ein, wie die Entwicklung neuer Ideen, mit denen ein Thema auch sicher in die Medien kommt. Dabei achten wir auf die sehr journalistische Ausrichtung der Medienstrategie, denn nur so kann sie Erfolg haben.Durch unsere über 20-jährige Erfahrung in Journalismus und Marketing bieten wir individuelle Reputations- und Kommunikationskonzepte an, egal, ob Sie ins Handelsblatt, in die Bild-Zeitung, in die Brigitte oder in die Bella wollen.

    http://www.kreon.ag/company_d.php?pg=2

    Triple Alpha Luftfahrt GmbH - Ocean Sky übernimmt Mehrheit

    4. September 2009

    Ocean Sky aus London hat einen Mehrheitsanteil an der in Düsseldorf beheimateten Triple Alpha, einem Luftfahrtunternehmen für Private Jet Charter und Flugzeugmanagement, übernommen.

    Die Anteile wurden für eine nicht veröffentlichte Summe erworben. Ocean Sky wird darüber hinaus 1,8 Millionen Euro in die Firma als Kapital einbringen, um die finanzielle Situation zu stärken. Es handelt sich dabei um die erste Firmenübernahme der in Großbritannien ansässigen Firma Ocean Sky, die angekündigt hat, noch in diesem Jahr 36,5 Millionen Euro in Expansionen investieren zu wollen. Durch die Übernahme der Mehrheitsanteile an Triple Alpha gehört Ocean Sky nach eigenen Angaben nun zu den führenden Privatjet-Firmen in Europa - gemessen am Umsatz und der Anzahl der Luftfahrzeuge.

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    Reputation Redemption

    29. August 2009

    written by Dr. Leslie Gaines-Ross

        One could not help but be moved by watching the eulogies for the late Senator Ted Kennedy today at the Lady of Perpetual Hope Basilica in Boston today. I watched the moving service thinking about how large a reputation he built in his 77 years. Reputation is all about character and Ted Kennedy’s character was complex — both flawed and exceptional, like many human beings.  His impact on people and our country was profound and searingly evident when listening to his sons, daughters, neices, colleagues, peers, and all.  Reputation redemption has come up several times which made me think how lucky he was (and us) to have had the time in his life to resurrect his reputation. The service reminded me of a quote I saved  that I read a few years back….

    “Real leaders, in a phrase, move the human heart.”

    http://reputationxchange.com/2009/08/29/reputation-redemption-2/

    Betroffene Kultusminister fordern schnelle Aufklärung von Hochschulen

    25. August 2009

    Bessere Kontrollmechnismen angemahnt - Betroffene wehren sich vor Gericht Angesichts der Korruptionsermittlungen gegen rund 100 Honorarprofessoren wegen Unregelmäßigkeiten bei der Vergabe von Doktortiteln forden Politiker schnelle Aufklärung von den betroffenen Hochschulen. Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) rief die Hochschulen im Freistaat zur Kooperation mit den Strafverfolgern auf.

    Sein Amtskollege Jan-Hendrik Olbertz (parteilos) aus Sachsen-Anhalt regte bessere «Kontrollmechanismen» in den Hochschulgesetzen an, um Missbrauch zu verhindern.

    Die Hochschulleitungen seien in der Pflicht, «ohne falsche kollegiale Rücksichtnahme alles zu unternehmen, um fragwürdige Vorgänge schnellstmöglich aufzuklären», sagte der bayerische Kultusminister Heubisch am Dienstag in München. Die Vorwürfe träfen die Hochschulen im Kern. «Denn die Wissenschaft bezieht ihre Glaubwürdigkeit aus der absoluten Korrektheit aller Verfahren. Auch wenn es sich nur um vergleichsweise wenige Einzelfälle handelt, wären sie doch geeignet, die Reputation der weit überwiegenden Zahl korrekt erworbener Doktorabschlüsse in Zweifel zu ziehen», sagte Heubisch.

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    Der ökonomische Gastkommentar: Die Frauen können es besser

    7. August 2009

    Handelsblatt, Gastkommentar von Marianne Heiß, CFO, BBDO/Düsseldorf. - Auch nach über 100 Jahren Frauenbewegung in Deutschland ist das Wissen über das Leben und die Leistungen von Frauen in der Geschichte und der Gegenwart erstaunlich gering. Dabei haben Frauen ebenso zur Geschichte und Kultur beigetragen wie die Männer. Gerade die Finanzkrise zeigt, dass die patriarchalische Management-Kultur ausgedient hat. Der weibliche Beitrag wurde in der Dokumentation oft trivialisiert. Aber nicht nur in der Geschichte haben sich Frauen oft gegen erhebliche Widerstände Geltung verschafft. Auch in der Wirtschaft mussten Frauen sich stärker anstrengen als ihre männlichen Kollegen, um sich zu behaupten. In der schwersten Rezession seit Jahrzehnten gewinnen nun schließlich die Managerinnen an Bedeutung – nachdem viele männliche Kollegen in den Vorstandsetagen und Aufsichtsräten ebenso wie in Kontrollgremien versagt und damit das Vertrauen verspielt haben.
    Die Weltwirtschaftskrise wurde durch eine Finanzkrise ausgelöst. Und gerade der Finanzsektor ist ein Bereich, der überproportional von Männern dominiert wird.
    Werte wie Impulsivität und Risikofreude, die Treiber der vergangenen Jahre waren, werden nun ersetzt durch Authentizität, Glaubwürdigkeit und Ehrlichkeit. Unternehmen, die die Fähigkeiten von Frauen in Führungspositionen erkennen und auf Management-Teams setzen, die aus Frauen und Männern bestehen, werden die Herausforderungen meistern. Der Kapitalismus ist nicht ein reines Produktionsverhältnis, sondern bestimmt soziale Beziehungen, Werte und Normen. Und Frauen unterstellt man mehr als Männern ein gesellschaftlich verantwortliches Handeln.

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